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Kinderhilfswerk begrüßt Kinderbonus

Mutter mit zwei Kindern, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Das Deutsche Kinderhilfswerk begrüßt den Kinderbonus von 300 Euro, auf den sich die Koalitionsspitzen im Konjunkturpaket geeinigt haben. „Das Deutsche Kinderhilfswerk befürwortet eine stärkere finanzielle Unterstützung von Familien, sieht es dabei aber als zentral an, nicht nach dem Gießkannen-Prinzip vorzugehen, sondern nach dem Prinzip der sozialen Gerechtigkeit“, sagte Kinderhilfswerk-Präsident Thomas Krüger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagsausgaben). Das Geld müsse dort ankommen, wo es besonders gebraucht werde.

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Letztlich sollten nur Familien im Hartz-IV-Bezug oder mit kleinen und mittleren Einkommen profitieren. Allerdings reiche der Kinderbonus für viele Familien nicht, um in der schwierigen Situation zu helfen, in die sie durch die Pandemie geraten seien. „Nach wie vor besteht – da die Fragen der vollständigen Schul- und Kitaöffnungen weitestgehend ungeklärt sind – eine prekäre Betreuungssituation und damit für viele Familien neben einem erhöhten Stresslevel, Einkommenseinbußen oder sogar eine akute Bedrohung ihrer Existenzsicherung“, so der Präsident des Kinderhilfswerks. „Eine zeitlich begrenzte Einmalzahlung, von der alle Familien mit Kindern ohne Berücksichtigung ihrer Einkommenssituation gleichermaßen profitieren, schafft hier keine Abhilfe.“ Neben der vollständigen Öffnung von Schulen und Kitas müsse deshalb die Existenzsicherung von Familien, die besonders großen Bedarf haben, im Zentrum der Hilfen stehen. Die als Teil des Konjunkturprogramms geplante vorübergehende Erhöhung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende könne zu einer „spürbaren Verbesserung“ der finanziellen Situation vieler Alleinerziehender führen, so Krüger weiter. „Die jetzige Erhöhung darf aber nicht das Ende der Fahnenstange sein, langfristig sollte der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende an den Grundfreibetrag für Erwachsene gekoppelt werden.“ Das Deutsche Kinderhilfswerk plädierte angesichts dessen, dass Kinder ein Drittel von Hartz-IV-Empfängern ausmachen, zudem für eine Kindergrundsicherung.

Foto: Mutter mit zwei Kindern, über dts Nachrichtenagentur

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