Kinder- und Jugendärzte für Masken-Pausen an Schulen

Weggeworfener Mundschutz, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, hat vor dem Hintergrund der Debatte um eine Maskenpflicht an Grundschulen Konzepte gefordert, die Schülern Masken-Pausen ermöglichen. „Wir alle wissen, dass ein durchgehendes Tragen unangenehm ist. Und das ist Kindern ohne Pause einfach nicht zuzumuten“, sagte Fischbach der „Welt“ (Donnerstagausgaben).

Deswegen müssten sie die Möglichkeit haben, die Maske zwischendurch abzunehmen. „Die Schulen müssen dafür entsprechende Konzepte entwickeln.“ Grundsätzlich sei für gesunde Kinder ab einem Alter von zwei Jahren kein Gesundheitsrisiko mit einer Mund-Nase-Bedeckung verbunden. „Die Beschwerden, von denen wir hören, sind ein subjektives Unwohlsein – das wir als Erwachsene auch haben. Aber sie sind nicht gefährlich oder gar lebensbedrohlich“, so Fischbach. Dennoch sollten Kinder erst ab sechs Jahren Maske tragen, wenn das „epidemiologisch erforderlich“ ist. „Aber auch die sollte man nicht dazu zwingen“, sagte Fischbach. Allerdings: „Wenn es um die Frage geht, ob man die ganze Schule schließt, weil es viele Infektionen gibt, oder eine Maskenpflicht für alle einführt, kann die Pflicht auch bei Kindern ab sechs Jahren durchaus sinnvoll sein.“ Einem Papier zufolge, zu dessen Verfassern Fischbach gehört und über das die „Welt“ berichtet, empfehlen mehrere Verbände das längere Tragen einer Maske erst ab zehn Jahren. Ab sechs Jahren soll es lediglich optional sein: „Sie sollten nicht dazu gezwungen werden, und sie sollten sie jederzeit abnehmen können, wenn sie dies möchten“, heißt es darin über Kinder unter zehn Jahren. Auf die pädagogischen Nachteile einer Maskenpflicht an Grundschulen wies der Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung, Udo Beckmann, hin: „Das Maskentragen im Unterricht und insbesondere in der Grundschule stellt eine hohe pädagogische Herausforderung dar“, sagte er. „Es darf nur letztes Mittel sein, um den Distanzunterricht zu verhindern.“

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Foto: Weggeworfener Mundschutz, über dts Nachrichtenagentur

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