IW kritisiert Unionsvorschlag zur Rente mit 63

Foto: via dts Nachrichtenagentur
In der Debatte um die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren kritisieren Experten einen Vorstoß der Union zu möglichen Einschränkungen oder Nichtberücksichtigung von Erziehungs- und Pflegezeiten, der vor allem Frauen betreffen würde.
Die Rentenexpertin des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln), Ruth Schüler, sagte der Funke-Mediengruppe, schon heute – mit der jetzigen Regelung – profitierten Männer stärker von der Möglichkeit, eine abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren zu beziehen. Werden Pflege- und Erziehungszeiten nicht mehr angerechnet, erreichten vor allem weniger Frauen die Voraussetzungen für eine abschlagsfreie vorzeitige Rente.
Laut Schüler wird die Rentenversicherung durch eine solche Anpassung fiskalisch deutlich weniger entlastet als bei einer kompletten Abschaffung der Rente für besonders langjährig Versicherte. Das Reformpaket der Alterssicherungskommission könne seine Wirkung nur dann voll entfalten, wenn alle Empfehlungen konsequent umgesetzt werden. Einen Kompromiss bei der Rente für besonders langjährig Versicherte zahlten Beitrags- und Steuerzahler.
Medienberichten zufolge wird im Streit um die sogenannte Rente mit 63 in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion über einen neuen Kompromissansatz diskutiert. Demnach soll die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren offiziell beibehalten werden. Allerdings sollen etwa Erziehungs- oder Pflegezeiten künftig nicht mehr beziehungsweise weniger stark berücksichtigt werden.
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