IW: Defizit im China-Handel erstmals über 100 Milliarden Euro

Foto: via dts Nachrichtenagentur
Das deutsche Handelsbilanzdefizit mit China wird 2026 voraussichtlich erstmals die Marke von 100 Milliarden Euro überschreiten. Seit 2019 hat sich das Defizit mehr als versiebenfacht, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt. Der sogenannte „China-Schock 2.0“ treffe damit den industriellen Kern Deutschlands.
Im ersten Halbjahr 2026 importierte Deutschland fast zweieinhalbmal so viele Waren aus China, wie es dorthin exportierte. Besonders betroffen sind die Autoindustrie, die Elektrobranche und der Maschinenbau. Diese drei Schlüsselbranchen tragen maßgeblich zum Anstieg des Defizits bei.
Der Umbruch im China-Handel trifft die tragenden Säulen der deutschen Industrie. Neben Chinas technologischem Aufholen seien systemische Wettbewerbsverzerrungen wie hohe Subventionen und eine stark unterbewertete Währung Gründe für die Entwicklung, so der IW-Außenhandelsexperte Jürgen Matthes. Er forderte, dass der Europäische Rat die Kommission auffordern sollte, schnell ein neues handelspolitisches Instrument zu entwickeln, um faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.
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