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Habeck sieht deutsche Wirtschaft in einer prekären Situation

Robert Habeck am 14.02.2024, via dts Nachrichtenagentur

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sieht die deutsche Wirtschaft in einer prekären Situation. „Die Wirtschaftswende erleben wir und zwar unter dramatischen Vorzeichen“, sagte Habeck beim Bühnentalk „RND vor Ort“ des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ am Mittwochabend. „Die deutsche Finanz- und Wirtschaftspolitik hat im Kern drei Säulen gehabt und alle drei Säulen sind uns weggebrochen.“

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Die erste Säule sei günstiges Gas aus Russland gewesen, durch das sich Deutschland energieintensive Industrie leisten konnte. Zudem habe Deutschland wirtschaftliche Subventionen bezahlen können, weil man dank der USA nicht in die Verteidigung investieren musste. Als drittes nannte er China als Absatzmarkt.

„Alles drei ist weg“, so Habeck. „Das heißt, wir müssen das Prinzip, wie wir in Deutschland planen und genehmigen, überdenken. Wir müssen aber auch uns fragen, ob wir nicht ein Wirtschaftssicherheitsinteresse haben, bestimmte Produktionskapazitäten in Europa und in Deutschland verfügbar zu haben.“

Als Beispiele nannte der Wirtschaftsminister die Produktion von Pulvermunition, Batterien, Halbleitern und Mikrochips. Es koste, diese Bereiche nach Deutschland zu holen. „Denn die Produktion ist ja nicht hier in Deutschland oder in Europa, weil wir die günstigen Lieferketten der anderen Länder hatten“, sagte der Grünen-Politiker.

In der Debatte um wirtschaftliche Impulse sprach er sich für ein schuldenfinanziertes Sondervermögen aus. In Bezug auf das „Wachstumschancengesetz“ der Bundesregierung räumte er ein, dass den Bundesländern die Finanzmittel fehlten, um zuzustimmen. „Die Länder haben kein Geld dafür“, so Habeck. „Die sagen: Das können wir uns nicht leisten.“

Zwar bezeichnete Habeck das gesamtstaatliche Finanzvolumen für neue Wachstumsimpulse, das Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) auf acht Milliarden Euro angesetzt habe, als „homöopathisch“. Trotzdem seien die Einnahmeausfälle, die durch die geplanten Möglichkeiten von Steuerabschreibungen für Investitionen entstünden, den Bundesländern zu hoch, erklärte Habeck. Lindner hatte die entstehenden Kosten zu je einem Drittel auf Bund, Länder und Kommunen aufteilen wollen.

In den Verhandlungen hätten die Landesregierungen aber gesagt, sie könnten die steuerlichen Ausfälle nicht tragen, „weil wir noch die Schulen, die Kitas, die Straßen, die Spielplätze und so weiter finanzieren müssen“, so Habeck. „Das muss ja auch alles finanziert werden. Und jetzt ist es sehr konkret: Diese acht Milliarden sind kleiner geworden, weil wir andere Aufgaben auch haben.“

dts Nachrichtenagentur

Foto: Robert Habeck am 14.02.2024, via dts Nachrichtenagentur

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1 Kommentar

  1. W. Lorenzen-Pranger
    14. Februar 2024 um 21.40 — Antworten

    Meine Güte, es steht ja fast schon eher nur zwischen den Zeilen wo es hakt. „Die deutsche Wirtschaft“ hat sich in der Produktion längst nicht mehr aktuell nachgefragter Produkte, möglich seit langer Zeit nur durch Subventionen, ausgeruht. Das „neueste Automodelle“ ist doch schon bei der Vorstellung ein Ladenhüter, gekauft bestenfalls von Dummköpfen, die auch die Zeichen der Zeit schlicht nicht zur Kenntnis nehmen – vermutlich aus Trotz. Etliche Produkte, die zunehmend nachgefragt werden, stellt hierzulande erst gar niemand her. Na gut, kaufen wir die Produkte MIT Zukunft eben bei den Chinesen, so weit das denn wegen der absurden Besteuerung möglich ist. Ansonsten – viel Spaß in der Welt von Vorgestern. Politiker, die da hin wollen, haben wir ja reichlich. Die nennen sich dann „bürgerlich“ und „konservativ“. 🙂

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