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Grundschulverband fordert Einsatz von Lehramtsstudenten in Schulen

Stühle im Flur einer Schule, über dts Nachrichtenagentur

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Die Vorsitzende des Grundschulverbandes, Maresi Lassek, fordert, die Unterrichtsversorgung während der Corona-Pandemie auch mit Hilfe von Lehramtsstudenten zu verbessern. „Lernen wir in den Schulen vom Gesundheitswesen“, sagte Lassek den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ (Mittwochausgaben). So wie Medizinstudenten in Zeiten von Corona in den Krankenhäusern aushülfen, müsse man „auch die Lehramtsstudierenden in die Schulen holen.“

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Die Verbandschefin sieht darin einen doppelten Vorteil: Die Studenten könnten „wertvolle praktische Erfahrungen sammeln“, sagte sie. „Und in den Schulen wären mehr Menschen, die sich um die Betreuung von kleinen Lerngruppen kümmern können“, so Lassek weiter. „Das wäre eine sinnvolle Unterstützung in dieser Ausnahmesituation. Davon hätten alle etwas – vor allem auch die Eltern und Kinder“, so die Grundschulverbandschefin. Es gebe an den Grundschulen einen verheerenden Lehrermangel, der sich in Zeiten von Corona verschärft auswirke. Die Politik habe in den vergangenen Jahren nicht rechtzeitig und energisch genug gegengesteuert. „Jetzt rächt sich das besonders: Die während der Pandemie zwingend notwendigen kleinen Lerngruppen können nur dann regelmäßig in die Schulen kommen, wenn genug Personal da ist“, sagte Lassek. Zum bisherigen Lehrermangel komme nun noch das Problem dazu, dass ein Teil der Lehrer zu Risikogruppen in Sachen Corona gehöre und sie deshalb zu Recht aus dem Unterricht herausgenommen würden. Auf die Frage, ob sich in den Grundschulen die Abstandsregeln zu Zeiten von Corona überhaupt einhalten ließen, antwortete die Verbandschefin: „Bei den Viertklässlern, die ja als erste zurück in die Schulen gekommen sind, haben die Lehrer positive Erfahrungen gemacht.“ Viele Schüler seien nach der langen Zeit selbst mit etwas Unsicherheit und großer Vorsicht in die Schule zurückgekommen. „Deshalb war es gut möglich, mit ihnen über Abstands- und Hygieneregeln zu sprechen und sie einzuüben“, sagte Lassek den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“. Die Schüler machten dies „besser als mancher Fußballprofi – nach dem, was man so gesehen“ habe.

Foto: Stühle im Flur einer Schule, über dts Nachrichtenagentur

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1 Kommentar

  1. W. Lorenzen-Pranger
    20. Mai 2020 um 11.53 — Antworten

    AhhhJa! Jetzt passiert, was schon seit vielen Jahren vorhersehbar war. Die Überalterung der Lehrerschaft führt zum Kollaps. Wo ist denn der zuständige Herr Minister Tonne jetzt, der doch zu seinem Amtsantritt noch eine Unmenge Lehrer einstellen wollte? Hat er keine gefunden, die sich das Chaos an den Schulen noch antun wollen – während man mit vergleichbar aufwendigem Studium in der freien Wirtschaft mindestens ein Drittel mehr verdient, nicht seinen privaten PC zum Arbeitsplatz mitnehmen muß und auch vom Lohn nichts für die Putzfrau abdrücken soll, wie in Niedersachsen auch schon mal geplant?
    Fazit: Nach wie vor ist die Bildung dem Bund und den Ländern nichts wert, nicht mal das Schwarze unterm Fingernagel – aber die Lehrer bekommen die Prügel für das Totalversagen der Politik. Da ist man doch Minister fein raus, oder?
    Ich könnte k*****.

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