Grüne: Scheuer soll geschwärzte A-49-Verträge offenlegen

Andreas Scheuer, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Im Streit um den Ausbau der Autobahn 49 in Hessen wollen die Grünen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) notfalls per Klage zur Herausgabe des ungeschwärzten Vertrages mit dem geplanten Betreiber zwingen und einen Stopp des gesamten Projekts erwirken. „Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, was der Minister für Milliarden-Verträge unterzeichnet hat“, sagte der Grünen-Haushaltspolitiker Sven-Christian Kindler dem „Tagesspiegel“. Schon aus den nicht-geschwärzten Teilen des Vertrages werde deutlich, dass der Bund den Vertrag einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft (ÖPP) zur A 49 umgehend kündigen könne.

Die Grünen wollen Einblick in die Renditezusagen an die privaten Betreiber, in die monatlichen Kosten und die Kündigungsoptionen – sie wollen wie bei der Maut Scheuer ein Fehlverhalten nachweisen – und darüber die rasche Kündigung der Verträge erzwingen. „Fakt ist: Nicht das Land Hessen kann das ÖPP-Projekt A 49 jetzt stoppen, sondern nur der Bund. Minister Scheuer sträubt sich aber weiter dagegen und hält an dem sinnlosen Autobahnprojekt fest“, so Kindler. Die Grünen waren in die Kritik geraten, weil sie im Bund gegen den Ausbau der A 49 von Kassel nach Gießen und die dafür notwendigen Waldrodungen im Dannenröder Forst sind, in Hessen durch die Beteiligung an der Landesregierung aber umsetzen müssen. Das Verkehrsministerium hatte Kindler unter Verweis auf Geheimhaltungsinteressen eine Herausgabe des Vertrags verweigert, auf der Internetseite diesen aber veröffentlicht, jedoch mit geschwärzten Angaben. Sollte Scheuer den Vertrag auch auf den geplanten Widerspruch hin nicht zeitnah vollständig, also ungeschwärzt, veröffentlichen, dann werde man den Weg einer Klage beschreiten, kündigten die Grünen an. „Statt endlich alle Karten auf den Tisch zu legen, simuliert Andreas Scheuer Transparenz nur. Scheuer will weiterhin geheim halten, wie hoch die Renditen sind, die er Privaten für die Realisierung des Projektes zahlt“, kritisierte Kindler. „Die Milliarden-Verträge zu ÖPP-Projekten gehören ans Licht der Öffentlichkeit und nicht in den Tresor des Bundesverkehrsministers.“ In Zeiten der Klimakrise brauche es keine neuen Straßen mehr, so Kindler.

Anzeige

Foto: Andreas Scheuer, über dts Nachrichtenagentur

Mehr aus diesem Ressort
NachrichtenPapst wird aus Krankenhaus entlassenNachrichtenMerz warnt SPD und Grüne vor Linksbündnis in BerlinNachrichtenFelix Jaehn kritisiert Musikbranche und Plattenfirmen
StartseiteKommentieren
Weitere Artikel
NachrichtenMiersch schließt Beitragserhöhungen bei Rente nicht ausBremenPolizei Bremen stellt Drogen und Bargeld im Bahnhofsquartier sicherBremenZehn Anzeigen nach Raserkontrollen in BremenNachrichtenCDU-Generalsekretärin warnt SPD vor Bündnis mit LinksparteiNachrichtenDWS-Chef sieht Deutschland vor „goldenem Jahrzehnt“NachrichtenGKV-Chef fordert Terminvergabe nach medizinischem Bedarf

Anzeige

StellenmarktJobs in OldenburgAktuelle Stellenangebote aus Oldenburg und der Region.LokalesNachrichten aus OldenburgAlle Meldungen aus der Stadt auf einen Blick.Immer informiertWhatsApp-KanalDie wichtigsten Nachrichten direkt aufs Handy.MenschenOldenburger/in des MonatsJeden Monat ein besonderes Gesicht der Stadt.
Im FokusTopthemenKramermarktUOdMVerkehr
Social MediaFolge unsFacebookInstagramYouTubeTikTok