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Grüne kritisieren Kommunikation der Regierung zu Astrazeneca

Impfzentrum, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Angesichts zunehmender Vorbehalte gegenüber dem Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca übt die Opposition im Bundestag scharfe Kritik an der Bundesregierung. Sie sehe „massive Kommunikationsversäumnisse seitens der Regierung“, sagte Kordula Schulz-Asche, Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion für Infektionsschutz, der „Welt“ (Donnerstagausgabe).

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Der Astrazeneca-Impfstoff sei wirksam, die Ergebnisse der klinischen Prüfungen belegten dies. Mögliche Nebenwirkungen seien durch Studiendaten bekannt. „Die Skepsis der Bürgerinnen und Bürger – die sich derzeit sogar auch unter Gesundheits- und Pflegefachpersonal ausbreitet – ist auf eine wirklich fatale Kommunikation zurückzuführen. Es wird zu wenig erklärt, über die Wirksamkeit des Impfstoffes werden Schauergeschichten erzählt.“

Dabei sei eine Wirksamkeit von 70 Prozent für Impfstoffe keine Seltenheit, sagte Schulz-Asche der „Welt“. Kliniken und Pflegeeinrichtungen müssten bei der strategischen Planung der Impfung ihrer Mitarbeiter „gezielter beraten“ und schwerwiegende Versorgungsengpässe durch Impfnebenwirkungen müssten kommuniziert werden. Ähnlich kritisch äußerte sich Christine Aschenberg-Dugnus, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion. „Die Kommunikationsstrategie der Bundesregierung muss bezüglich eventueller Nebenwirkungen oder Impfreaktionen besser werden. Hier muss die Regierung unverzüglich liefern, denn es darf zu keinem Vertrauensverlust kommen.“

Auch der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Achim Kessler, sieht Handlungsbedarf. „Es muss dringend aufgeklärt werden, wo das Bundesgesundheitsministerium hier versäumt hat, über mögliche schwere Impfreaktionen aufzuklären“, sagte Kessler der „Welt“. Die Linke fordert, dass alle Bürger frei ihren Impfstoff wählen können dürften – unter der Voraussetzung, „dass überhaupt genug Impfstoff für alle vorhanden ist“, so Kessler.

Deshalb müssten die Impfstofflizenzen jetzt freigegeben werden.

Foto: Impfzentrum, über dts Nachrichtenagentur

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