Grüne: Ärzte sollen Aufgaben an andere Heilberufe abgeben

Rollstühle im Krankenhaus, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Angesichts des zunehmenden Personalmangels im Gesundheitswesen wollen die Grünen erreichen, dass Ärzte einen Teil ihrer Aufgaben an andere Gesundheitsberufe wie etwa Pflegekräfte abgeben. Diese sollen damit mehr Verantwortung bekommen. Die bestehende Aufgabenverteilung zwischen Medizinern und den nichtärztlichen Gesundheitsberufen sei überholt und müsse reformiert werden, heißt es in einem Bundestags-Antrag der Grünen-Fraktion, über den die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ in ihren Freitagausgaben berichten.

„Die unzeitgemäße Aufgabenverteilung in unserem Gesundheitswesen vermittelt die Illusion einer ärztlichen Allzuständigkeit, die andere Gesundheitsberufe in eine Assistenzrolle drängt“, schreiben die Autoren. Diese mindere die Attraktivität dieser Berufe und verschärfe somit den ohnehin bestehenden Fachkräftemangel. „Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, des Fachkräftemangels und sich verändernder Ansprüche an die Gesundheitsversorgung ist diese traditionelle Aufgabenverteilung kaum aufrecht zu erhalten“. Nach Vorstellung der Grünen soll die Neuordnung in einem Allgemeinen Heilberufegesetz geregelt werden. In dem Antrag fordern die Grünen zudem den Aufbau von sogenannten Gesundheitsregionen, in denen die traditionellen Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung faktisch aufgehoben werden. In diesen Regionen sollen niedergelassene Ärzte, Kliniken, Therapeuten und andere Gesundheitsberufe eng kooperieren, um die medizinische Versorgung zu verbessern. Krankenkassen sollen höhere Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds bekommen, wenn sie für ihre Versicherten Verträge mit derartigen Netzwerken abschließen. Die Grünen-Gesundheitsexpertin Kirsten Kappert-Gonther sagte dem RND, in dem starr nach Sektoren getrennten Gesundheitswesen komme es viel zu häufig zu Abstimmungsproblemen zwischen den verschiedenen Leistungserbringern. Das geht zulasten der Patientinnen und Patienten. „Für sie ist nicht entscheidend, wer wie von wem für eine Leistung vergütet wird, sondern ob sie gut versorgt sind“, sagte die Grünen-Politikerin dem RND. „Die Bundesregierung muss endlich wirksame Anreize setzen, um einen Aufbruch für mehr Vernetzung und eine vertiefte Zusammenarbeit in der Versorgung zu ermöglichen“, forderte sie. Nicht zuletzt die Coronakrise habe gezeigt, wie wichtig abgestimmte und verlässliche Versorgungsabläufe seien.

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Foto: Rollstühle im Krankenhaus, über dts Nachrichtenagentur

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