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Göring-Eckardt beklagt Versäumnisse bei Coronavirus-Bekämpfung

Katrin Göring-Eckardt, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den anderen Regierungen in Europa eine fehlende Absprache in der Corona-Krise und mangelnde Unterstützung Italiens vorgeworfen. „Dass aus China erst spät die richtigen Informationen kamen, hat die Lage sicherlich erschwert, man muss aber auch sagen: Europa und die nationalen Regierungsspitzen hätten sich viel früher austauschen und enger koordinieren müssen“, sagte Göring-Eckardt der „Rheinischen Post“ (Donnerstagsausgabe). „Von der Bundesregierung hätte ich mir mehr europäische Koordination und eine aktivere und frühere Unterstützung Italiens gewünscht.“

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Dann hätte womöglich eine Situation vermieden werden können, in der sich jedes Land „in sein nationales Schneckenhaus zurückzieht“. Jetzt gehe es darum, nach vorne zu schauen, die Kooperation und das gegenseitige Vertrauen wieder zu stärken. „Die Bundesregierung darf den Blick jetzt nicht nur nach innen richten, sondern muss auch gemeinsame europäische Lösungsansätze wieder stärker ins Auge fassen.“ Es sei gut, dass EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) eingeräumt habe, die Politik habe das Coronavirus anfangs unterschätzt. Das zeige, dass sie Fehler eingestehen könne.

Foto: Katrin Göring-Eckardt, über dts Nachrichtenagentur

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4 Kommentare

  1. Heiko Post
    19. März 2020 um 8.51 — Antworten

    Ich habe darauf gewartet das die erste Partei mit der Schuldzuweisung beginnt.
    Welche Maßnahme hier richtig ist steht noch aus.
    Anstatt über Versäumnisse zu Reden sollte jeder einzelne gewählte Vertreter egal ob in der Regierung oder der Opposition derzeit versuchen an Lösungsansätzen mitzuarbeiten da sind solche Aussagen nicht Hilfreich.
    Ich möchte mich aber gerade in dieser Situation bei unserer Regierung bedanken wie Sie mit dieser Krise umgeht.
    Danke.
    Genauso möchte ich mich bei jedem einzelnen im Gesundheitssystem und jedem Helfer bedanken.
    Danke.
    Liebe Frau Göring-Eckhard ich glaube das ist derzeit hilfreicher als nach Versäumnissen zu suchen dafür haben wir später Zeit.

    • W. Lorenzen-Pranger
      19. März 2020 um 11.02 — Antworten

      In der tat, bei all denen, die vor Ort die Stellung halten können wir uns tatsächlich mal bedanken. Dennoch hat Frau Göring-Eckard natürlich recht. Schon seit den 70-er Jahren, ich habs als Zivi in einem Krankenhaus miterlebt, gab es Mißstände im Gesundheitswesen – und die „Lehren“, wenn man das denn überhaupt so nennen will, die man daraus gezogen hat, waren ganz sicher die falschen. Die gesamte Pivatisierung war ein furchtbarer Fehlschlag. Gesundheitswesen kann man ganz offensichtlich nicht „wirtschaftlich“ betreiben. Das fällt der Politik jetzt auf die Füße, wobei man Jens Spahn ganz sicher keinen Vorwurf machen kann. Um das alles aufzuarbeiten ist der schlicht viel zu kurz im Amt.
      Jetzt aber daran zu erinnern kann ich nicht falsch finden, immerhin sollen wir, also das Volk, diktatorische Maßnahmen aushalten um eine Seuche in die Länge zu ziehen – weil sonst das Gesundheitssystem endgültig zuammen bricht.
      Daß dann die „bürgerliche“ Presse mit der täglichen Lobhudelei für Söder auf der Titelseite und die „bürgerlichen“ Parteien auch noch versuchen Profit daraus zu schlagen ist schon mehr als verwerflich, das ist widerlich.

  2. Christel
    19. März 2020 um 10.33 — Antworten

    Na da haben jetzt alle drauf gewartet…..die Grünen haben doch auch nix auf die Kette gekriegt seit Anfang Januar….. Wie wäre es, statt zu lamentieren, dass das Kind nun im Brunnen abgesoffen ist, mal mit praktischer Unterstützung in Krankenhäusern (Botengänge kann sie bestimmt) oder in Pflegeheimen (z.B. Material u.Wäsche auffüllen, ist auch nicht so schwer…).
    Uns allen gute Gesundheit!

  3. Manfred Murdfield
    19. März 2020 um 14.17 — Antworten

    Wenn es mal zu einer schwarz-grünen Regierung kommt, dann wird die wertkonservativ-christliche KG-E sicherlich beweisen können, dass Klugscheisserei nicht mit verantwortungsvoller Politik zu verwechseln ist. Konstruktive grüne Politik wird von ihr leider selten vorgetragen.

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