Gewerkschaften wollen Nachbesserungen beim Kohleausstiegsgesetz

DGB-Logo, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Gewerkschaften sind mit dem am Mittwoch vom Bundeskabinett gebilligten Gesetzentwurf zum Ausstieg aus der Kohleverstromung noch nicht zufrieden. Mit dem Beschluss gehe die Bundesregierung einen großen Schritt in Richtung einer Umsetzung des Kohlekompromisses, sagte DGB-Vorstand Stefan Körzell der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Allerdings müsse der Gesetzentwurf im parlamentarischen Verfahren an mehreren Stellen „deutlich nachgebessert“ werden.

Körzell forderte, der Ausstieg aus der Steinkohle müsse im Gesetz fest daran geknüpft sein, „dass es Tarifverträge gibt, die die Beschäftigten sozial und wirtschaftlich absichern“. Ansonsten bestehe die Gefahr, „dass die Unternehmen sich für die Ausschreibungen wirtschaftliche Vorteile durch Lohn- und Sozialdumping verschaffen“. Zudem müsse das geplante Anpassungsgeld auch für Beschäftigte von dienstleistenden Unternehmen gezahlt werden. Der Gewerkschafter kritisierte außerdem: „Der Verzicht auf Entschädigungen für die Steinkohle ab 2027 birgt erhebliche rechtliche Risiken und gefährdet daher den planvollen Ausstieg.“ Hintergrund: Im Kabinettsbeschluss werden erstmals konkrete Beträge für Ausgleichszahlungen an Betreiber von Steinkohlekraftwerken genannt. Den Höchstpreis soll es demnach im laufenden Jahr geben: 165.000 Euro pro Megawatt Nettonennleistung, die vom Netz geht. Bis 2026 soll der Höchstpreis auf 49.000 Euro sinken. Auch Braunkohlebetreiber erhalten für vorzeitige Abschaltungen von Kraftwerken Ausgleichszahlungen. Körzell verwies zudem darauf, dass der Kohleausstieg vom Ausbau der erneuerbaren Energien und der Stromnetze abhänge. Er kritisierte: „Da hat sich die Bundesregierung nicht mit Ruhm bekleckert, sondern irrlichtert weiter herum. Das im Gesetz festgeschriebene Monitoring muss deshalb viel stärker auf die Entwicklung des Energiesystems und eine erfolgreiche Strukturentwicklung fokussieren.“ Der vom Kabinett beschlossene Gesetzentwurf sieht die Beendigung der Kohleverstromung bis spätestens Ende 2038 vor. Ab 2026 soll geprüft werden, ob der Ausstieg bereits bis Ende 2035 möglich ist.

Anzeige

Foto: DGB-Logo, über dts Nachrichtenagentur

Mehr aus diesem Ressort
NachrichtenInfratest: AfD legt in Sachsen-Anhalt etwas zu – BSW draußenNachrichtenDax legt leicht zu – Anleger zurückhaltend vor Nvidia-ZahlenNachrichtenZwei Tote durch Malaria am Frankfurter Flughafen
StartseiteKommentieren
Weitere Artikel
NachrichtenThüringer BSW will bei Misstrauensvotum nicht für Höcke stimmenNachrichtenVerdi und Klima-Allianz drängen auf Investitionen in WärmewendeNachrichtenGeas: Nur 1,5 Prozent der eingereisten Migranten registriertNachrichtenMeta und US-Bundesstaaten einigen sich auf Milliarden-VergleichNachrichtenNach tödlicher Flut in Nepal: Unklarheit über deutsche OpferNiedersachsenTatverdächtiger nach versuchtem Raub in Hannover-Döhren festgenommen
StellenmarktJobs in OldenburgAktuelle Stellenangebote aus Oldenburg und der Region.LokalesNachrichten aus OldenburgAlle Meldungen aus der Stadt auf einen Blick.Immer informiertWhatsApp-KanalDie wichtigsten Nachrichten direkt aufs Handy.MenschenOldenburger/in des MonatsJeden Monat ein besonderes Gesicht der Stadt.
Im FokusTopthemenKommunalwahl 2026StadionneubauCäcilienbrücke
Social MediaFolge unsFacebookInstagramYouTubeTikTok