Nachrichten

„Gender Pay Gap“ 2019 leicht gesunken

Frau auf einer Rolltreppe, über dts Nachrichtenagentur

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Im Jahr 2019 ist der allgemeine Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern – also der unbereinigte „Gender Pay Gap“ – im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Frauen verdienten mit durchschnittlich 17,72 Euro brutto in der Stunde 4,44 Euro weniger als Männer (22,16 Euro), teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mit. 2018 hatte die Differenz 4,51 Euro betragen.

Anzeige

Nach wie vor fällt der unbereinigte „Gender Pay Gap“ in Ostdeutschland viel geringer aus als in Westdeutschland. Im Westen ist der unbereinigte Gender Pay Gap im Jahr 2019 um einen Prozentpunkt auf 21 Prozent gesunken, während er im Osten mit sieben Prozent unverändert blieb. Über einen längeren Zeitraum betrachtet, zeigt sich für Gesamtdeutschland ein sehr langsamer, aber stetiger Rückgang des unbereinigten „Gender Pay Gap“. Dieser hatte 2014 mit 22 Prozent um zwei Prozentpunkte höher gelegen als 2019. Die wichtigsten messbaren Gründe für den unbereinigten „Gender Pay Gap“ sind weiterhin, dass Frauen häufiger in Branchen und Berufen arbeiten, in denen schlechter bezahlt wird, und sie seltener Führungspositionen erreichen. Auch arbeiten sie häufiger als Männer in Teilzeit und in Minijobs und verdienen deshalb im Durchschnitt pro Stunde weniger. Nach Angaben der Arbeitskräfteerhebung war im Jahr 2018 in Deutschland fast jede zweite erwerbstätige Frau (47 Prozent) im Alter von 20 bis 64 Jahren in Teilzeit tätig. Unter den Männern betrug dieser Anteil nur neun Prozent. Der überwiegende Teil der teilzeitarbeitenden Frauen gab als Hauptgrund die Betreuung von Kindern oder Pflegebedürftigen (31 Prozent) beziehungsweise andere familiäre oder persönliche Verpflichtungen (17 Prozent) an. Das verbleibende Viertel des Verdienstunterschieds entspricht dem bereinigten „Gender Pay Gap“. Demnach verdienten Arbeitnehmerinnen im Durchschnitt auch unter der Voraussetzung vergleichbarer Tätigkeit und äquivalenter Qualifikation im Jahr 2014 pro Stunde sechs Prozent weniger als Männer. Es ist laut Bundesamt allerdings davon auszugehen, dass die Unterschiede geringer ausfallen würden, wenn weitere Informationen über lohnrelevante Einflussfaktoren für die Analysen zur Verfügung gestanden hätten, wie vor allem Angaben zu Erwerbsunterbrechungen.

Foto: Frau auf einer Rolltreppe, über dts Nachrichtenagentur

Vorheriger Artikel

Kanzleramtschef: Warenzuflüsse sind nicht gefährdet

Nächster Artikel

Unionsfraktionsvize will Schuldenerlass für kleine Unternehmen

Keine Kommentare bisher

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.