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EKD-Ratschef: Kirche soll sich künftig gezielter zu Politik äußern

Evangelische Kirche, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die evangelische Kirche überdenkt ihre Strategie in politischen Debatten grundsätzlich. „Wir wollen genauer hinschauen, wozu wir uns politisch äußern. Parteipolitik – das war schon immer klar – darf ohnehin keine Rolle spielen“, sagte der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“ zum neuen EKD-Zukunftspapier.

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Ein „Zukunftsteam“ der EKD unter seiner Leitung hatte elf Punkte für eine „aufgeschlossene Kirche“ vorgelegt. „Wo es im Grundsatz nicht um für den christlichen Glauben relevante ethische Orientierungsfragen geht, da sollten wir uns in Zukunft zurückhalten“, forderte Bedford-Strohm. Der Ratsvorsitzende verteidigte zugleich das Engagement der Kirche in der Flüchtlingspolitik. „Kirche muss mutiger werden und etwas wagen, etwa die Zusammenarbeit mit NGOs wie Seawatch.“ Mit solchen Initiativen könne man junge Menschen wieder für die Kirche interessieren. Im EKD-Zukunftspapier geht es neben der künftigen inhaltlichen Ausrichtung auch um Strukturreformen und mögliche Einsparmaßnahmen. Die EKD hinterfragt die Sonntagsgottesdienste und fordert die Abschaffung doppelter Verwaltungsstrukturen. „Unsere Haushaltsaufwendungen müssen bis 2030 um 30 Prozent sinken“, so Bedford-Strohm.

Foto: Evangelische Kirche, über dts Nachrichtenagentur

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