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Claus Kleber beklagt „Ideologie“ im Journalismus

Akkreditierung, über dts Nachrichtenagentur

Mainz (dts Nachrichtenagentur) – Vor seiner letzten Sendung als Moderator des ZDF-„Heute-Journals“ hat Claus Kleber Sorge über den Zustand von Teilen des deutschen Journalismus geäußert. „Was ich oft höre von Moderatoren, insbesondere im Hörfunk, lässt mir die Hutschnur hoch gehen“, sagte er der „Zeit“.

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Es würden mit „Selbstverständlichkeit“ Urteile abgegeben, „von Leuten, die sich erkennbar mit der Sache nie vertieft beschäftigt haben“. Ideologie sei für einen Journalisten immer der faulste Weg. „Ideologie vergiftet den Journalismus“, so Kleber. Der Moderator äußerte sich auch kritisch über die Programmgestaltung des ZDF und der Öffentlich-Rechtlichen: „Vielleicht sollten wir uns im ZDF wieder konfrontative Formate trauen.“

Die Absetzung des Formats „Frontal“, in dem ein linker und ein rechter Journalist sich stritten, sei zwar nachvollziehbar gewesen, aber damit sei auch etwas verloren gegangen. „Selbst die Kommentare im Öffentlich-Rechtlichen sind oft eher Besinnungsaufsätze“, so Kleber. Dort habe „der journalistische Konsens die Oberhand gewonnen“.

Foto: Akkreditierung, über dts Nachrichtenagentur

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3 Kommentare

  1. W. Lorenzen-Pranger
    29. Dezember 2021 um 13.42 — Antworten

    Schon der dritte Journalist, der tendenziell, wenn auch noch vorsichtig, in Richtung Gleichschaltung kritisiert. Nach Peter Hahne (ZDF), und Jan Hofer (ARD) nun also auch er. Der besonders kluge und kritische Kopf Jakob Augstein sowieso. Etliche andere, vergleichsweise prominente, Journalisten verließen auch schon die ARD inzwischen.
    Sollte an so mancher Kritik vermeintlicher „Querdenker“, früher mal ein extrem positiv besetzter Begriff, doch ein Fünkchen Wahrheit dran sein? Wenn ich mir da so ein in meiner Region erscheindens Regionalblatt ansehe – dann – ja dann, wrd mir jedenfalls nicht besser. Überhaupt nicht.

    • W. Lorenzen-Pranger
      30. Dezember 2021 um 23.22 — Antworten

      Jene, von mir am Schluß angesprochene, Regionalzeitung entblödet sich nicht, ein Interview zu veröffentlichen, in dem es am Schluß um irgendwelche Dienstanzüge geht. Ich könnte Schülerzeitungen zitieren, die kompetenter fragen würden. Ob man sich dort wohl auch irgendwie getroffen fühlte?

  2. Andreas Woll
    31. Dezember 2021 um 18.35 — Antworten

    Unglaublich – und das beklagt ausgerechnet der Chefideologe des ZDF – nach Jahren seines Wirkens dem Volk Merkelsche Willkommenskultur und Genderideologie aufzuzwängen! Ganz mein Humor!

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