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Chef der Wirtschaftsweisen erwartet 2021 neuen Konjunktureinbruch

Container, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Wegen des aktuellen Lockdowns erwartet der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, im nächsten Jahr einen neuen Wirtschaftseinbruch: „Es ist davon auszugehen, dass im 1. Quartal 2021 wegen der Einschränkungen ein negatives Wirtschaftswachstum resultiert“, sagte Feld der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe). „Das fällt aber nicht so stark aus wie im Frühjahr diesen Jahres.“

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Damals seien die Wertschöpfungsketten angesichts von Grenzschließungen unterbrochen und die Verunsicherung groß gewesen. „Von einer solchen Situation sind wir noch deutlich entfernt.“ Auf das Wachstum in diesem Jahr werde sich der aktuelle Lockdown nicht mehr auswirken: „Die Prognose von 5,1 Prozent Wachstum für das Jahr 2020 dürfte halten“, so der Ökonom. Das hatte der Sachverständigenrat im Herbst prognostiziert.

Trotz des Lockdowns warnt der Chef der Wirtschaftsweisen vor einer Ausweitung der Staatshilfen für Handel und Gastronomie: „Der Lockdown ist bitter für den Handel, aber mehr als die Überbrückungshilfen sollte es nicht geben. Anders als bei vielen Dienstleistungen kann der Umsatz online stattfinden oder nachgeholt werden“, sagte Feld der Zeitung. Wer den lokalen Handel privat unterstützen wolle, könne jetzt Gutscheine verschenken. Bei den Gastronomen tue der Staat bereits zu viel: „Die Gastronomen bekommen für November und Dezember 75 Prozent ihres Umsatzes vom Vorjahresmonat ersetzt. Dabei läuft der Außer-Haus-Verkauf weiter.“

Manche machten nun bessere Geschäfte als vor einem Jahr, kritisierte Feld. „Es ist gut, dass der Staat 2021 zu den Überbrückungshilfen zurückkehrt und nur noch einen Teil der Fixkosten erstattet“, so der Chef der Wirtschaftsweisen. Auch sollte der Staat nicht die Mehrwertsteuer-Senkung über den Jahreswechsel hinaus verlängern.

„Bislang war die Wirkung begrenzt: Supermärkte haben die Senkung zu 100 Prozent weitergegeben, andere nur teilweise, Gaststätten in der Regel gar nicht“, sagte der Sachversändige. „Unternehmen und Verbraucher kann der Staat wirksamer entlasten, wenn er die Ökostrom-Umlage und die Stromsteuer senkt.“

Foto: Container, über dts Nachrichtenagentur

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