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Bundeswehreinsatz in Mali soll mehr Geld bekommen

Bundeswehr-Soldat mit G36, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Bundesregierung will die europäische Trainingsmission zur Ausbildung malischer Streitkräfte (EUTM) finanziell stärker unterstützen. Nach Informationen der „Welt am Sonntag“ hat Deutschland in Brüssel zugesagt, die Kosten für ein neues Ausbildungszentrum für die malischen Streitkräfte in Sévaré nahe Mopti in Zentral-Mali zu übernehmen. Anfragen Frankreichs, den Anti-Terror-Kampf in der Sahel-Zone mit Spezialkräften zu unterstützen, hatte Berlin dagegen zweimal abgelehnt.

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Die seit 2013 laufende EUTM habe „zu einer Verbesserung der Fähigkeiten der malischen Streitkräfte beigetragen“, erklärte das Auswärtige Amt auf Anfrage der Zeitung. Die Mission habe bisher rund 14.000 malische Soldaten in Trainings ausgebildet und unterstütze „mit ihren Beratungsleistungen die Führungsstäbe im malischen Verteidigungsministerium wesentlich“. Weil sich aber die „Leistungsfähigkeit terroristischer Gruppierungen“ ebenfalls verbessert habe, seien die Fähigkeiten noch nicht ausreichend, die Effektivität der Ausbildung sei „weiter zu erhöhen“. Das Verteidigungsministerium äußerte sich ähnlich. In vertraulichen Regierungspapieren aus dem März 2020, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet, fällt die Bilanz allerdings negativer aus. Darin heißt es, die malischen Streitkräfte seien „aufgrund des inneren Gefüges, ausgebliebener struktureller Reformen und unzureichender Fähigkeiten – insbesondere Ausrüstung – nicht in der Lage, die an sie gestellten Erwartungen zu erfüllen“. Die EU-Mission leide an mangelnder Effektivität, man bilde teilweise an Holzgewehren aus und niemand wisse, was die trainierten Soldaten im Anschluss machten. Die Bundesregierung wird die von der EU im März beschlossenen Anpassungen der EUTM bei der Formulierung des neuen deutschen Mandats deshalb berücksichtigen. „Ziel der Anpassungen ist es, die Effektivität der von EUTM Mali durchgeführten Maßnahmen sicherzustellen und weiter zu erhöhen“, so das Außenamt. So soll die Ausbildung näher an die Kampfzonen im Norden und in der Mitte des Landes heranrücken, und es sollen ganze Verbände statt einzelner Soldaten ausgebildet werden. Die Mandate des Bundestags für die Beteiligung der Bundeswehr an EUTM und der UN-Mission Minusma laufen am 31. Mai aus. Das Kabinett will sich nach aktuellen Planungen am 29. April mit der Neuformulierung befassen, der Bundestag soll sie dann Mitte Mai beschließen. Minusma soll weitgehend unverändert verlängert werden.

Foto: Bundeswehr-Soldat mit G36, über dts Nachrichtenagentur

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