Nachrichten

Bundesregierung rechnet mit fertigem Brenner-Nordzulauf in 2040

Gleisende, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Das Bundesverkehrsministerium geht davon aus, dass die Schienenstrecke des Brenner-Nordzulaufs in Bayern und Österreich 2040 in Betrieb genommen wird. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor, über die RTL und n-tv berichten. Der dringend gebrauchte Nordzulauf wäre damit deutlich später fertig als der Brenner-Basistunnel selbst.

Anzeige

Damit wird derzeit für das Jahr 2028 gerechnet. Die Regierung betont dennoch, Verzögerungen bei der Realisierung des Nordzulaufs seien „nicht erkennbar“. Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Oliver Luksic, nennt die Inbetriebnahme 2040 eine „Blamage für die Bundesregierung“. „Beim größten grenzübergreifenden Bahnprojekt Europas gibt sich Deutschland wieder einmal die Blöße und zeigt sich als unzuverlässiger Projektpartner“, so Luksic RTL und n-tv. Österreich und Italien seien im Zeitplan, Bayern noch in der Findungsphase. „Minister Scheuer muss das Projekt Brenner Nordzulauf zur Chefsache machen und endlich die Umsetzung vorantreiben.“ Das Verkehrsministerium weist in der Antwort auf die FDP-Anfrage darauf hin, dass als erster Schritt bis 2030 die Bestandsschienenstrecke zwischen München und der deutsch-österreichischen Grenze mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System) ausgerüstet werde. Züge könnten mit Hilfe des Systems in kürzeren Blockabständen fahren. Dadurch würden die Kapazitäten der Strecke bereits steigen, so das Ministerium. In einer zweiten Stufe sei ein Streckenneubau im Inntal zwischen Schaftenau in Österreich und Grafing in Bayern geplant. Anfang des kommenden Jahres sei mit der Auswahl der konkreten Trasse zu rechnen. Bis 2038 solle sie fertiggestellt sein. Das Zweistufenkonzept gewährleiste einen „bedarfsgerechten“ Ausbau des Nordzulaufs.

Foto: Gleisende, über dts Nachrichtenagentur

Vorheriger Artikel

Kommunen kritisieren ÖPNV-Warnstreiks als "verheerendes Signal"

Nächster Artikel

Verkehrsbetriebe müssen kein Bußgeld gegen Maskenmuffel verhängen

Keine Kommentare bisher

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.