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BA-Chef: „Arbeitsmarkt übersteht Pandemie erstaunlich gut“

Bundesagentur für Arbeit, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Trotz der Coronakrise rechnet der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, nicht mit einer deutlichen Erhöhung der Arbeitslosigkeit. „Der Arbeitsmarkt übersteht die Pandemie erstaunlich gut“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgaben). Bisher hätten 150.000 Menschen wegen Corona ihren Arbeitsplatz verloren.

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„Das ist für jeden Betroffenen schlimm, aber bei 33,5 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kein Erdrutsch.“ So lange die Infektionszahlen nicht massiv hochschnellten, werde die Politik lokal intervenieren und nicht mehr flächendeckend. „Das wird der Arbeitsmarkt aushalten“, sagte Scheele. „Ein kompletter Lockdown wäre furchtbar, aber daran glauben wir nicht.“ Er erwarte auch nicht, dass es zu einer Insolvenzwelle komme, fügte Scheele hinzu. Der Vorstandsvorsitzende der Arbeitsagentur sprach sich dafür aus, die ausgesetzte Pflicht zum Insolvenzantrag nicht wie ursprünglich geplant zum Jahreswechsel wieder einzuführen. „Das Justizministerium will Unternehmen gesetzlich ermöglichen, eine Restrukturierung auch ohne Insolvenz durchzuführen“, sagte er. „Mit einer Regelung, wie sie das Justizministerium plant, könnte man Firmenpleiten abfangen.“ Eine Reihe von Branchen werde das Vorkrisenniveau nicht wieder erreichen, prognostizierte Scheele und nannte als Beispiel die Automobil- und Zulieferindustrie. „Es wird zu Personalabbau kommen, aber – nach allem, was man sieht – in einem geordneten Verfahren mit den Sozialpartnern, zum Beispiel durch Altersabgänge oder freiwilliges Ausscheiden“, so der BA-Chef. Scheele verwies auf den Effekt der Kurzarbeit, die im April bis zu 2,9 Millionen Arbeitsplätze gerettet habe. „Im Juli waren es immer noch 1,6 Millionen.“ Daher sei es angemessen, dass die Regelung bis Ende 2021 verlängert worden sei. „Wir müssen alles tun, um über das nächste Jahr zu kommen“, sage der Chef der Arbeitsagentur. „Alles andere ist neunmalkluges Dahergerede, das dem Arbeiter am Fließband gar nichts bringt.“ Betrug beim beim Kurzarbeitergeld stelle kein besonderes Problem dar, so Scheele. „Bis Ende September hatten wir 2.650 Hinweise auf mögliche Unregelmäßigkeiten“, sagte er. „Davon haben wir 451 an das Hauptzollamt abgegeben und 21 an die Staatsanwaltschaft.“

Foto: Bundesagentur für Arbeit, über dts Nachrichtenagentur

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