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Arbeitgeber fordern tiefgreifende Sozialreformen

via dts Nachrichtenagentur

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) fordert tiefgreifende Reformen des Sozialstaats. Die entsprechende Kommission von Bund, Ländern und Kommunen solle über ihren Arbeitsauftrag hinausdenken und Prüfaufträge formulieren, wie mehr Menschen in Arbeit vermittelt und mehr Anreize für Arbeit gesetzt werden können, heißt es in einem BDA-Papier, über das die „Welt“ berichtet.

„Das System muss fairer, treffsicherer und unbürokratischer werden. Das Grundprinzip beim Umbau muss lauten: Derjenige, der arbeitet, muss immer deutlich mehr haben als der, der nicht arbeitet“, sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger der „Welt“. Man erwarte von der Sozialstaatskommission ein ambitioniertes Programm und eine ebenso ambitionierte Umsetzung durch die Bundesregierung. „Ziel einer Reform sollte es sein, dass Menschen von ihrer Arbeit ohne Sozialleistungen leben können.“

Die Sozialstaatskommission soll noch im Januar ihren Abschlussbericht vorlegen. Darin soll es unter anderem um eine Vereinheitlichung und Zusammenlegung von staatlichen Sozialleistungen gehen. Zuletzt hat das Münchner Ifo-Institut 502 solcher Sozialleistungen gezählt. „Das klingt nicht nach einem modernen Staatswesen, sondern nach einem Roman von Franz Kafka“, sagte Dulger. Der Staat gebe Milliarden für Sozialleistungen aus, ohne deren Wirkung zu evaluieren. „Dieses System ist unsozial, weil es intransparent ist. Es geht uns um Optimierung, vor allem durch mehr Digitalisierung, nicht um Abbau.“ Ein moderner Sozialstaat werde auch wieder mehr Akzeptanz in der Bevölkerung finden – „wenn er Arbeit belohnt und vor allem denen hilft, die wirklich Hilfe brauchen“, sagte Dulger.

Die BDA will den Blickwinkel der Kommission auf die Arbeitslosenversicherung ausweiten. „Für die anderen Sozialversicherungszweige gibt es Kommissionen, die die notwendigen Reformen vorantreiben – für die Arbeitslosenversicherung gibt es keine“, heißt es in dem Papier. Auch die Struktur der Jobcenter und der Arbeitsagenturen solle überarbeitet werden.

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dts Nachrichtenagentur

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2 Kommentare

  1. W. Lorenzen-Pranger
    14. Januar 2026 um 8.15 — Antworten

    „Der, der arbeitet muß mehr haben als der der ’nicht arbeitet‘ “
    Ja, dann zahlt ihm doch mehr, ist doch ganz einfach – und jammert nicht dauernd herum. Die ausgeräumten Schließfächer einer „überfallenen“ Bank haben doch die gebunkerten Schwarzgelder zuhauf mal wieder deutlich gemacht. Wer hält euch und eure Lieblingsparteien eigentlich noch für auch nur im Ansatz seriös?

  2. Markus
    14. Januar 2026 um 21.27 — Antworten

    > Ja, dann zahlt ihm doch mehr,
    Das ist doch schädlich für die Wirtschaft. Gewisse „konservative“ Kreise würden am liebsten zurück zu den Anfängen der Industrialisierung, keine Arbeiterrechte, Arbeitszeit bis zum Geht-nicht-mehr und kaum Lohn – damit quasi Leibeigenschaft. Schlafen im Schichtsystem, keinerlei soziale Sicherheit und Rente? Arbeiten bis zum Tode, wenn schon.
    Hauptsache die Bonzen haben immer mehr.

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