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Antisemitismusbeauftragter besorgt über Situation deutscher Juden

Kippa-Träger, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Beauftragte der Bundesregierung für den Kampf gegen Antisemitismus, Felix Klein, zeigt sich ein Jahr nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle besorgt über die Situation der jüdischen Gemeinschaft. Nachdem ein Gläubiger zuletzt auch vor einer Hamburger Synagoge angegriffen wurde, sei die Gemeinschaft wieder „sehr in Sorge“, sagte Klein der „taz“ (Samstagausgabe). Der Antisemitismusbeauftragte nannte das Unsicherheitsgefühl der jüdischen Gemeinde alarmierend.

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„Allein die Tatsache, dass jüdische Familien diskutieren, ob sie in Deutschland weiterleben können, ist mehr als ein Alarmsignal.“ Die Bundesregierung nehme das sehr ernst. „Allen ist der Ernst der Lage bewusst.“ Klein kritisierte allerdings Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU). Dieser hatte zuletzt auf hohe Einsatzzeiten von Polizisten zum Schutz jüdischer Einrichtungen verwiesen, die andernorts fehlen würden. „Juden als privilegierte Menschen hinzustellen, für die Maßnahmen auf Kosten der Allgemeinheit ergriffen würden, schürt tatsächlich Antisemitismus“, sagte Klein. „Es geht nicht, dass Gruppen gegeneinander ausgespielt werden.“ Klein appellierte, nach dem Angriff in Hamburg Sicherheitsmaßnahmen vor jüdischen Einrichtungen noch einmal zu überprüfen. Entscheidend aber sei das gesellschaftliche Engagement gegen Antisemitismus. „Ich glaube, der beste Schutz wäre, wenn jüdisches Leben viel stärker als etwas Selbstverständliches wahrgenommen würde, als Teil deutscher Diversität. Dafür müssen wir mehr tun.“

Foto: Kippa-Träger, über dts Nachrichtenagentur

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