Wirtschaft

Positive Lehrstellenbilanz

Von einer grundsätzlich erfreulichen Lehrstellenbilanz sprach Ullrich Thies und zog Bilanz für die Region Oldenburg-Wilhelmshaven.

Stefan Bünting, Ullrich Thies, Elke Fenske, Heiko Henke und Edda Albers zogen eine Lehrstellenbilanz.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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LzO Beratung

Oldenburg/zb – Von einer grundsätzlich erfreulichen Lehrstellensituation sprach Ullrich Thies, operativer Geschäftsführer der Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven, und zog gemeinsam mit Heiko Henke von der Handwerkskammer Oldenburg (HWK), Edda Albers von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) und Stefan Bünting von der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) Bilanz für die Region Oldenburg-Wilhelmshaven.

„Die Ausbildungsbereitschaft in der Region ist hoch. Die Suche nach passenden Azubis beginnt früh, weil immer mehr Betriebe den demografischen Wandel spüren und sich rechtzeitig gute Nachwuchskräfte sichern“, berichtet Thies. Sorgen bereitet ihm lediglich das Auseinanderdriften des kaufmännischen und gewerblichen Bereichs. „Sehr viele Jugendliche wollen einen Weißen-Kragen-Beruf“, sagt Thies. Da sind die Lehrstellen ebenso wie die Zukunftschancen begrenzt. Denn manch einer wird nach der Ausbildung nicht übernommen. Im gewerblichen Bereich sind die Berufsperspektiven erheblich besser.

Im Berufsberatungsjahr 2012/2013 wurden vier Prozent mehr Ausbildungsplätze bereitgestellt als im Vorjahr. Parallel dazu ging die Zahl der Lehrstellenbewerber um sechs Prozent zurück. Bei der LWK liegt die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverträge auf dem ähnlich hohen Niveau des Vorjahres. Die IHK sowie die HWK verzeichnen Rückgänge.

Von Oktober 2012 bis September 2013 wurden der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven insgesamt 5049 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet. Das Ausbildungsplatzangebot lag damit um knapp 200 oder vier Prozent über dem des Vorjahres. Ende September gab es noch 240 unbesetzte Ausbildungsstellen. Vor einem Jahr waren es 290 Stellen.

Parallel dazu haben sich 6784 Jugendliche zur Vermittlung einer Ausbildungsstelle gemeldet. Das waren 430 oder sechs Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum und ist auf den Schülerrückgang zurück zu führen. Die Zahl der noch unversorgten Bewerber lag mit 280 allerdings um 100 oder plus 58,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. „Hier fällt auf, dass es sich um junge Leute mit Hauptschulabschluss oder keinem Schulabschluss handelt“, berichtet Elke Fenske von der Berufsberatung.

Die HWK hat in diesem Jahr bis Ende Oktober 2940 neue Ausbildungsverträge eingereicht bekommen. Die Zahl liegt 9,8 Prozent hinter dem guten Vorjahreswert von 3260 Lehrverträgen zurück. Manch ein Betrieb ist leer ausgegangen und Henke wundert sich, warum Jugendliche das Handwerk mit seinen vielfältigen Möglichkeiten bis hin zum Studium nicht für sich entdecken.

Die IHK hat bis Ende Oktober dieses Jahres lediglich 27 Ausbildungsverträge weniger registriert als im Vorjahreszeitraum. Das ergibt einen Rückgang von 0,6 Prozent. Insgesamt wurden 4397 neue Verträge abgeschlossen. Damit ist der Ausbildungsmarkt im Oldenburger Land in den Branchen Industrie, Handel und Dienstleistungen nach Einschätzung der IHK sehr stabil. Bei den gewerblich-technischen Berufen wurde exakt das Vorjahresergebnis erzielt, bei den kaufmännischen Berufen ein Minus von 0,9 Prozent.

Auch in den „grünen Berufen“ und in der Hauswirtschaft zeigt sich die Ausbildungslage relativ stabil. Niedersachsenweit werden rund 6060 Ausbildungsverhältnisse verzeichnet. Erfreulich ist die anhaltend intensive Ausbildungsbereitschaft vieler Betriebe. Regionale Schwerpunkte der Ausbildung finden sich weiterhin im Ammerland für die gartenbaulichen Berufe und im Raum Südoldenburg für die Berufe Landwirt / Tierwirt. Es gibt noch wenige freie Ausbildungsplätze.

Während die Schulabgänger in Oldenburg eher auf Weiße-Kragen-Berufe fixiert sind, stellt sich das in der Wesermarsch anders da. „Das liegt an den dort ansässigen großen Betrieben, die bekannt sind und wo viele Menschen arbeiten“, ist Elke Fenske überzeugt. „Die Jugendlichen wissen, welche Handwerke dort gefragt sind und was sich dahinter verbirgt.“

In der Wesermarsch gab es 904 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, darunter 474 junge Männer und 430 junge Frauen. Lediglich fünf von ihnen blieben bis jetzt unversorgt. Zu den Top-Ten-Berufen bei den gemeldeten Berufsausbildungsstellen gehören in der Wesermarsch Verkäuferin, Kaufmann im Einzelhandel, Industriemechaniker, Elektroniker für Betriebstechnik, Fluggerätemechaniker und Fertigungstechnik, Metallbauer, Bürokaufmann, Verfahrensmechaniker Kunststoff, Schornsteinfeger und Industriekaufmann.

Weil der Startschuss für die Ausbildungsstellen 2014 bereits gefallen ist, rät Elke Fenske zum schnellen Kontakt mit der Berufsberatung unter der gebührenfreien Hotline 08 00 / 455 55 00. Dort können sich Schüler über alle Berufe informieren und beraten lassen und vielleicht ein ganz neues Berufsfeld für sich entdecken mit guten Zukunftsperspektiven.

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