Wirtschaft

Mit cleveren Ideen Klimafolgen minimieren

Dr. Martin Vehse hat bereits beste Erfahrungen mit dem Team des Netzwerkes Innovation und Gründung im Klimawandel (NIK) bestehend aus Dr. Klaus Fichter, Dr. Tina Schneider und Dr. Karsten Hurrelmann gemacht.

Dr. Martin Vehse hat bereits beste Erfahrungen mit dem Team des NIK-Netzwerkes bestehend aus Dr. Klaus Fichter, Dr. Tina Schneider und Dr. Karsten Hurrelmann (von links) gemacht.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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Oldenburg (zb) – Netzwerk Innovation & Gründung im Klimawandel (NIK) heißt ein in seiner Art bislang weltweit einmaliges regionales Netzwerk, das sich den Klimawandel auf seine Fahnen geschrieben hat und von der Universität Oldenburg koordiniert wird. Gestern stellte es sich auf einem Klima-Innovationsforum unter dem Motto „Heute sehen, morgen ernten“ Vertretern aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft vor, an dem auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies teilnahm.

„Es gibt derzeit kein regionales Netzwerk, das sich sowohl mit Lösungen zur Klimaproblematik befasst und gleichzeitig betriebswirtschaftliche Aspekte in den Mittelpunkt rückt“, erklärt Prof. Dr. Klaus Fichter, wissenschaftlicher Leiter des NIK. Dabei gehören Starkregen, Stürme, Trockenheit und andere Wetterphänomene längst in unseren Alltag und werden zunehmen. Die Folgen, die daraus resultieren, sind erheblich. Genau sie mit Hilfe intelligenter Lösungen zu minimieren, ist das Ziel von NIK.

Dr. Martin Vehse vom Oldenburger Forschungszentrum Next Energy hat bereits beste Erfahrungen mit NIK gemacht. Der Experte für Photovoltaik ist überzeugt davon, dass diese CO2-reduzierende Technologie ohne Subventionen überleben wird. So entwickelte er mit seinem Team eine mobile Photovoltaik für Kühl-Lkw, die er auf dem Dach der Fahrzeuge platziert. Vor allem im Sommer, wenn Kühlladung besonders stark gekühlt werden muss und die Sonne scheint, hilft diese Technologie Dieselbenzin zu sparen. „Bis zu 1000 Euro pro Jahr kann das ausmachen“, berichtet der Wissenschaftler.

Doch lohnt sich eine solche Investition überhaupt? Mit dieser Frage wurde Vehse sofort bei NIK konfrontiert und wusste keine Antwort. „Wir sind Wissenschaftler, uns fehlt das betriebswirtschaftliche Know how“, sagt er und fand in den NIK-Experten ideale Partner für sein Anliegen. Schnell ging es um Themen wie dezidierte Produktgestaltung und Eintrittsmärkte, die in Form von Workshops, die NIK organisiert, erörtert wurden. „Dabei haben wir sowohl die Risiko- als auch die Chancenbrille auf“, sagt Fichter.

Er sieht viel Kreativität und Innovationspotenzial in der Wirtschaft und speziell in unserer Region. Um weiterhin wirtschaftlich erfolgreich zu sein und eine intelligente Standortpolitik betreiben zu können, brauche sie Lösungen zum Thema Klimawandel in fast allen Bereichen. „Landwirte müssen für ihre Pflanzen Wege finden, um Trockenheit oder Starkregen zu verkraften, Fassaden und Dächer müssen sturmfest sein und Straßenbelege den zu erwartenden extremen Witterungsbedingungen standhalten, um nur ein paar Beispiele zu nennen“, argumentiert Fichter. „Für all diese Themen brauchen wir Lösungen, die zu profitablen Geschäftsmodellen werden.“

So können sich nicht nur Unternehmen sondern auch Gründer, Kommunen und Wirtschaftsförderer aus der Nordwestregion bei NIK beraten lassen. Dr. Tina Schneider und Dr. Karsten Hurrelmann leiten die NIK-Geschäftsstelle und nehmen Anfragen und Ideen entgegen, um sie an die entsprechenden Fachleute weiterzuleiten.

Unterstützt wird das Netzwerk vom Bundesumweltministerium, der Metropolregion sowie der Stadt Oldenburg. Bis Ende 2015 sind die Beratungen kostenlos. „Danach muss aus uns ein selbsttragendes Netzwerk werden“, kündigt Schneider an und macht auf den Klimaanpassungswettbewerb aufmerksam, den das Netzwerk ausgeschrieben hat. Der mit 8000 Euro dotierte Preis zeichnet in den Kategorien „Start up“ und „Unternehmen“ clevere Ideen, Produkte, Dienstleistungen und Ideen aus, die einen Beitrag zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels leisten und zudem ein gutes Marktpotenzial versprechen.

Weitere Informationen unter www.n-i-k.net.

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1 Kommentar

  1. Michael Reins
    12. November 2014 um 10.01

    Warum eigentlich bäschäftig sich niemand dieser Damen und Herren mit der Erdgeschichte; mir würde ja schon reichen wenn sie sich mit den vergangenen 1000 Jahren befassen würden, denn dann würden sie feststellen können das wir es schon sehr viel wärmer hatten als heute.
    Auch würde ihnen klar werden können – und Wissenschaftskollegen werden ihnen das bestätigen – das man vor der Grönländischen Küste Reste von Korallen entdeckt hat; die benötigen eine Wassertemperatur von ca. 20°C. Zudem ist schon seit langem bekannt, das die Wikinger Weizen angebaut haben, der seinerseits auch Wärme benötigt.
    Würde man sich also mit den Temperaturveranderungen im Holozän gefassen, hätten wir alle viel gewonnen und würden nicht ständig über einen Klimawandel erzählen, der völlig natürlich ist.

    Das liebe Wissenschaft, nennt man Natur – und die ist nicht kontrollierbar. Und dafür bin ich sehr dankbar.