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Minister eröffnet Tierschutzsymposium

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer eröffnete das Tierschutzsymposium in Oldenburg.

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer eröffnete das Tierschutzsymposium in Oldenburg.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb) Niedersachsen will bei der Nutztierhaltung eine Vorreiterrolle einnehmen. Das erklärte Christian Meyer, niedersächsische Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, gestern anlässlich des 9. Niedersächsischen Tierschutzsymposiums in Oldenburg, an dem rund 170 Amtstierärzte, Vertreter aus Landwirtschaft, Wissenschaft und Tierschutzorganisationen aus ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich teilnahmen.

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Die Nutztierhaltung in Niedersachsen befindet sich im Wandel und strebt mehr Tier-, Verbraucher- und Umweltschutz an. Ethische Fragen, so Meyer, spielten dabei eine immer wichtigere Rolle. „Die sanfte Agrarwende, mehr Tierschutz und der Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft stehen ganz oben auf der politischen Agenda“, erklärte der weiter. Durch mehr Nachhaltigkeit solle Niedersachsen das Agrarland Nummer eins bleiben.

Zu den nächsten Zielen gehören der Verzicht auf Eingriffe wie das Schnabelkürzen bei Legehennen und Puten oder das Kupieren der Schwänze bei Ferkeln, aber auch die Einführung und Nutzung von Tierschutzindikatoren wie Lungenbefunde bei Schweinen, Fußballenveränderungen bei Mastgeflügel oder Lahmheiten bei Milchkühen zur tierschutzfachlichen Beurteilung des Managements in Tierhaltungen.

Deshalb führt er 2015 eine Tierschutzprämie für jene Landwirte ein, die bei der Tierhaltung über das gesetzlich geforderte Niveau hinausgehen. Es geht also u.a. um mehr Platz für das einzelne Tier und mehr Komfort im Stall. So beißen sich z.B. Schweine, die auf Stroh gehalten werden, viel seltener gegenseitig die Schwänze ab. Letztlich läuft alles auf eine umwelt- und tiergerechtere Nahrungsmittelproduktion hinaus, die laut Meyer vom Verbraucher belohnt wird.

„Verbraucher wollen außerdem leicht verständlich über das aufgeklärt werden, was sie konsumieren. Deshalb müssen Lebensmittel entsprechend gekennzeichnet sein.“ Das gilt aber nicht nur für die Eierpackung, die anzeigt, wie die Hühner gehalten wurden, sondern auch für das Ei im Fertigkuchen. „Wegen der klaren Kennzeichnung auf Eierpackungen kaufen 90 Prozent der Verbraucher keine Eier aus Käfighaltung“, berichtete Meyer, der die klare Kennzeichnung bei allen Lebensmitteln anstrebt.

Bereits die Vorgängerregierung habe erkannt, dass die bisherige Tierhaltung auf immer weniger Akzeptanz in der Bevölkerung stoße, erklärte Meyer. Deshalb brachte sie den Tierschutzplan auf den Weg, der von der neuen Landesregierung gemeinsam mit dem Tierschutzdienst des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) konsequent fortgesetzt werde, stellte er klar. So werde kontinuierlich an Verbesserungen gearbeitet.

„Das Besondere an dieser in ihrer Art bundesweit einmaligen Fachtagung ist die Verbindung wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen mit Betriebsbesichtigungen vor Ort“, sagt Prof. Dr. Eberhard Haunhorst, Präsident des LAVES. So werden nicht nur Vorträge gehalten sondern auch Höfe besucht, die die Ziele der Landesregierung schon längst umgesetzt haben.

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