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Synode geht ihren eigenen Weg

Unbeeindruckt vom mächtigen Gemeinsamen Kirchenausschuss hat die Synode der evangelischen Kirche im Oldenburger Land auf ihrer Herbsttagung dafür gesorgt, dass die Ökumenische Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle in Oldenburg wie bisher weiter arbeiten kann.

Bischof Jan Janssen und Synodenpräsidentin Sabine Blütchen.
Foto: privat / Katrin Zempel-Bley

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Rastede/zb – Unbeeindruckt vom mächtigen Gemeinsamen Kirchenausschuss hat die Synode der evangelischen Kirche im Oldenburger Land auf ihrer zweitägigen Herbsttagung in Rastede, die heute zu Ende ging, dafür gesorgt, dass die Ökumenische Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle in Oldenburg wie bisher weiter arbeiten kann.

Anfang der Woche hatten Bischof Jan Janssen und Synodenpräsidentin Sabine Blütchen ihre Argumente für den Ausstieg aus der Beratung dargelegt, aber offenbar nicht den Willen der Kirchenbasis ausreichend im Blick gehabt. Denn eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe zu dem Thema hatte sich bereits im Vorfeld für den Erhalt der Zusammenarbeit ausgesprochen.

Sowohl Blütchen als auch Janssen lobten die gute Arbeit der Mitarbeiter in der Beratungsstelle. Ihnen ging es bei dem Antrag, die Beratung einzustellen, vor allem um die Suche nach Einsparpotenzial. Denn die evangelische Kirche muss trotz sprudelnder Kirchensteuereinnahmen die Ausgaben stärker im Blick haben. Bei der Beratungsarbeit in Oldenburg hätten 100.000 Euro eingespart werden können, doch die Synodalen fanden, dass hier an der ganz falschen Stelle gespart würde.

Wo die richtige Stelle zum Sparen ist, haben sie jedoch nicht verraten. Gerhard Eicker, der den Finanzausschuss leitet, sieht mittelfristig durchaus finanzielle Probleme auf die Kirche zukommen. „Es gibt für alles Argumente und Gegenargumente und viele Wünsche, aber auch die finanzielle Realität“, gibt er zu bedenken und verweist auf das politische Leben. In den Kommunen bis hin zum Bundestag würde ebenso gehandelt. Anstatt in guten Zeiten Rücklagen zu bilden und Schulden zu tilgen, würden die Haushalte weiter überzogen.

So beschloss die Synode, den ursprünglich geplanten Haushaltsansatz von 85,9 auf 86,1 Millionen Euro zu erhöhen. Darin enthalten sind Mehrkosten für die ökumenische Beratungsstelle, das Landesjugendpfarramt, um junge Leute fortbilden zu können, die Notfallseelsorge, in die sich Pfarrer aktiv einbringen, einen Klimaschutzbeauftragten sowie Geld für den Flüchtlingsfonds.

Um die Summe schultern zu können, müssen sechs Millionen Euro aus den Rücklagen entnommen werden. Nachträglich für den Haushalt 2013 wurden weitere 22,6 Millionen Euro Einmalzahlung an die Norddeutsche Kirchliche Versorgung für Pfarrer und Kirchenbeamte (NKVK) gezahlt. So bleiben der evangelischen Kirche Oldenburg gegenwärtig 133 Millionen Euro an Rücklagen, die sich jedoch angesichts der Finanzlage weiterhin reduzieren werden, wenn keine neuen Einnahmequellen aufgetan werden.

Dass der Pfarrstellenplan, der 250 Stellen vorsieht, beschlossen wurde, erfreute Oberkirchenrätin Annette-Christine Lenk. „Dem Beschluss ist ein dichter Kommunikationsprozess vorausgegangen“, berichtete sie. Beschlossen wurde zudem der Konföderationsvertrag. Hier soll die Selbstständigkeit erhalten und die Zusammenarbeit mit den anderen vier niedersächsischen Kirchen konstruktiv fortgesetzt werden.

Abschließend hob der Bischof die äußerst konstruktive Arbeit der Synode hervor. Mit großer Ernsthaftigkeit seien Argumente kontrovers aber sachlich ausgetauscht und angehört worden. Die ehrenamtlichen Synodalen hätten viel geleistet und seien beispielhaft für die Gesellschaft. „Die Synode ist ein optimales Instrument, um Kirche zu gestalten.“

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