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Hakenkreuz-Schmierereien in Osternburg

Vor einem Jahr wurden Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof in Oldenburg-Osternburg mit Hakenkreuzen beschmiert. Die OOZ fragte nach.

Der Fall wurde an die Staatsanwaltschaft Oldenburg übergeben.
Foto: Anja Michaeli

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Oldenburg (am) – Vor rund einem Jahr berichtete die OOZ über Hakenkreuz-Schmierereien auf dem jüdischen Friedhof in Osternburg. Acht Gräber und die Trauerkapelle waren Ende November 2013 besprayt worden. Diese Tat war der Anlass für den Oldenburger Stadtrat, eine Koordinierungsstelle gegen Rechts auf den Weg zu bringen. Die OOZ fragte nach.

Vor einem Jahr wurden die Farbschmierereien an der Autobahnunterführung und der Helene-Lange-Schule am Marschweg entdeckt. Der heute 33-jährige Tatverdächtige wurde von der Polizei aufgegriffen. Dem Streifendienst war er wegen Farbanhaftung aufgefallen, zudem hielt er sich in unmittelbarer Tatortnähe auf. Die Gesamtumstände und die Machart der Hakenkreuze, die auf dem jüdischen Friedhof an der Dedestraße aufgefunden wurden, führten zu einem Durchsuchungsbeschluss der Staatsanwaltschaft, teilte die Polizei mit. Allerdings wurde der Tatverdächtige zu diesem Zeitpunkt nicht in seiner Wohnung angetroffen. Gegen ihn wurde wegen Sachbeschädigung und der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt.

In der Zwischenzeit konnte der mutmaßliche Täter vernommen werden, so die Polizei. Der Fall wurde anschließend zur weiteren Entscheidung kürzlich an die Staatsanwaltschaft Oldenburg weitergegeben. Auf Nachfrage erklärte die Staatsanwaltschaft, dass ein rechtsradikaler Hintergrund nicht ausgeschlossen werden könnte.

Mit Blick auf die Hakenkreuz-Schmierereien fiel bereits im Dezember 2013 die Entscheidung des Oldenburger Stadtrates, eine Koordinierungsstelle gegen Rechts einzurichten. Dafür wurden für 2014 Mittel in Höhe von 35.000 Euro bereitgestellt. Der Bildungsträger Arbeit und Leben Nord gGmbH konnte die erforderlichen Erfahrungen in der Arbeit gegen Rechtsextremismus und zur Demokratiebildung aufweisen sowie mit Konzeptideen überzeugen. Die Koordinierungsstelle gegen Rechts wird in den kommenden Tagen an den Start gehen.

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