Niedersachsen

Niedersachsens Sozialminister warnt vor Ausweitung kurzfristiger Beschäftigung in der Landwirtschaft

Niedersachsens Sozialminister Andreas Philippi hat sich gegen eine weitere Ausweitung kurzfristiger Beschäftigungen in der Landwirtschaft ausgesprochen. Das teilte das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung mit.

Philippi äußerte sich in einer Rede im Landtag zu den seit Jahresbeginn geltenden neuen Regeln, die den Einsatz von Saisonarbeitskräften auf 90 Tage statt bisher 70 Tage ohne Sozialversicherungspflicht erlauben.

Der Minister betonte, dass diese Privilegierung dem Ziel diene, den Selbstversorgungsgrad mit landwirtschaftlichen Produkten zu erhöhen. Weitere Forderungen, etwa nach einer Verlängerung über 90 Tage hinaus, seien jedoch „arbeitsmarktpolitisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich, europarechtlich und sozial nicht vertretbar“.

Für die Beschäftigten bedeute eine längere Phase ohne vollwertigen Sozialversicherungsschutz hohe Risiken im Krankheitsfall und fördere Altersarmut.

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Philippi forderte stattdessen mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung für alle Arbeitskräfte. Der mit den neuen Regeln angestrebten agrarpolitischen Sicherung der Versorgung sei genüge getan.

Es dürfe nicht zum Abbau weiterer arbeits- und sozialrechtlicher Standards kommen, so der Minister.

dts Nachrichtenagentur

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