Gesundheit

Professionelle Musiker oft hörgeschädigt

Berufsmusiker sollten gehörschützende Maßnahmen nutzen.

Berufsmusiker sollten gehörschützende Maßnahmen nutzen.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb/pm) Professionelle Musiker leiden fast viermal häufiger an Hörschäden und tragen ein um 57 Prozent erhöhtes Risiko einer Tinnituserkrankung im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung.

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Das geht aus der Studie „Incidence and relative risk of hearing disorders in professional musicians“ (Häufigkeit und relatives Risiko von Hörschäden bei professionellen Musikern) hervor, die jetzt veröffentlicht wurde. Sie entstand in Kooperation zwischen dem Bremer Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie dem Institut für Musik der Universität Oldenburg und dem Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Universität Bremen.

Für die Studie analysierten die Wissenschaftler die Krankenversicherungsdaten von sieben Millionen Deutschen. „Hörschäden treten verstärkt in höheren Lebensaltern auf, doch selbst nach Berücksichtigung dieser und anderer Einflussgrößen, wie etwa Geschlecht und Populationsdichte, waren Profimusiker immer noch häufiger davon betroffen“, erklärt der Oldenburger Prof. Dr. Gunter Kreutz.

Gängige medizinische Studien legen nahe, dass Musik bei Hörschäden durch Industrielärm als Therapieform positive Effekte erzielen kann und die Hörsensitivität erhöht. Jedoch nicht bei Berufsmusikern. „Unsere Daten lassen vermuten, dass die positiven Effekte, die bei dieser Therapieform auftreten, bei professionellen Musikern – wenn sie unter einem lärminduzierten Hörschaden leiden – nicht stattfinden und die Risiken die potenziellen Vorteile überwiegen”, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Ahrens.

Angesichts der Zahl der betroffenen Musiker und der Schwere des Problems, das zu Berufsunfähigkeit und starkem Verlust von Lebensqualität führen könne, stellten Hörschäden eine besondere Herausforderung an das öffentliche Gesundheitssystem dar, warnen die Forscher. Um Hörschäden vorzubeugen, empfehlen sie gehörschützende Maßnahmen wie die sogenannten In-Ear-Geräte. Auch verschiedene Instrumentengruppen eines Orchesters durch Schallwände zu trennen, sei eine Möglichkeit.

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