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Lastwagen überfordern Autobahnbrücke

ie Autobahnbrücke, die über die Alexanderstraße im Zuge der A 293 führt, wird abgerissen. Die Vorarbeiten beginnen in der zweiten Jahreshälfte.

Die Autobahnbrücke, die über die Alexanderstraße im Zuge der A 293 führt, wird abgerissen. Die Vorarbeiten beginnen in der zweiten Jahreshälfte.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (zb) – „Noch zerbröseln keine Brücken in Oldenburg“, sagt Joachim Delfs, Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, im Verkehrsausschuss der Stadt Oldenburg. „Auch wenn das in einigen Medien behauptet wird, so stimmt das nicht“, stellt er klar. Dennoch droht der Autobahnbrücke, die über die Alexanderstraße im Zuge der A 293 führt, der Abriss. Die Vorarbeiten beginnen in der zweiten Jahreshälfte.

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„Würden nur Pkw über die Autobahnbrücke rollen, könnte sie noch 100 Jahre problemlos stehen bleiben“, macht der Ingenieur das Problem deutlich. Denn der Erhaltungszustand des Bauwerks ist einwandfrei und keineswegs marode. Es hapert jedoch an der Statik. Wie viele andere Brücken in Deutschland ist sie den künftigen Belastungsanforderungen nicht mehr gewachsen. Vereinfacht ausgedrückt kann die Brücke auf Dauer den zunehmenden Güterverkehr nicht tragen.

Grund ist die erhebliche Zunahme schwerer Achslasten und die zahlreichen überladenen Lkw. Hinzu kommen immer mehr Anträge für Schwerlasttransporte. Auch dafür ist die 1970 gebaute Brücke über die Alexanderstraße nicht ausgelegt. Deshalb gibt es seit 2011 eine sogenannte Nachrechnungsrichtlinie des Bundesverkehrsministeriums, die alte Brücken auf einen neuen Stand bringen soll.

In Niedersachsen sind 220 Bauwerke betroffen, im Zuständigkeitsbereich der Oldenburger Landesbehörde sind es 50, von denen einige Bauwerke bereits erneuert wurden. Rund eine Milliarde Euro, so berichtet Delfs, müssen in Niedersachsen in den nächsten 20 Jahren investiert werden. Dazu gehört auch die Huntebrücke im Zuge der A 29 und drei weitere Oldenburger Brücken auf der Südumgehung im Zuge der A 28. Das heißt, die Stadt wird über viele Jahre damit befasst sein und vermutlich erhebliche Verkehrsstörungen in Kauf nehmen müssen.

Zunächst wird der stadtinnenseitige Teil der 70 Meter langen Brücke über die Alexanderstraße 2017 abgerissen, die beiden stadtauswärtigen Fahrspuren bleiben bestehen. Der Verkehr kann somit in beiden Richtungen einspurig weiterlaufen. Zur Sicherheit werden dort permanent Messungen bezüglich der Durchbiegung der Brücke vorgenommen. „Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme“, betont Delfs.

Die Stadtverwaltung ist froh über die Vorgehensweise, weil der Verkehr zunächst so geführt werden kann wie bisher – auch wenn es zu Staus auf der Autobahn kommen wird. Denn nicht nur auf der Autobahn läuft der Verkehr weiter wie bisher, auch unten auf der Alexanderstraße bleiben alle Abbiegebeziehungen vorhanden. Das heißt, die Auf- und Abfahrten können wie bisher genutzt werden.

Die neue Brücke, die optisch der jetzigen ähneln wird, erhält einen Standstreifen und die Lärmschutzwand wird um einen Meter erhöht, kündigt Delfs an. In einem zweiten Bauabschnitt wird der andere Teil der Brücke abgerissen und der Verkehr ebenfalls einspurig über die neue Brückenhälfte geleitet, die derartige Lasten dann problemlos tragen kann.

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