Oldenburg

Kunstauktion zugunsten der Aids-Hilfe

Die unterfinanzierte Aids-Hilfe Oldenburg veranstaltet am 29. Oktober erneut eine Kunstauktion im Oldenburger Kulturzentrum PFL.

Brigitte Leupelt, Ingrid Engelbart vom Vorstand und Hartmut Berlinicke mit einer Auswahl an gespendeten Kunstobjekten, die am 29. Oktober versteigert werden.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb) Im vergangenen Jahr kamen rund 160 Betroffene in die Oldenburger Aids-Hilfe an der Bahnhofstraße 23. „Die Tendenz ist leider steigend“, bedauert Geschäftsführerin Brigitte Leupelt. Während die Nachfrage aus dem ganzen Oldenburger Land steigt, hinkt die Finanzierung der Beratungsstelle hoffnungslos hinterher. Deshalb veranstaltet die Aids-Hilfe Oldenburg am 29. Oktober erneut eine Kunstauktion im Oldenburger Kulturzentrum PFL.

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Alle zwei Jahre findet sie mittlerweile statt und ist nur möglich, weil zahlreiche Künstler aus der Region ein oder mehrere Kunstobjekte zugunsten der Aids-Hilfe spenden. „Im Schnitt kommen dabei knapp 10.000 Euro heraus. Ohne dieses Geld könnten wir nicht weiterarbeiten“, macht Brigitte Leupelt die angespannte Lage klar. Das Land Niedersachsen finanziert zwei feste Stellen, die Stadt Oldenburg zahlt die Miete für die Beratungsstelle und die Landkreise Wesermarsch, Ammerland und Oldenburg sowie die Stadt Delmenhorst zahlen jeweils 1000 Euro. Den Rest stemmen 18 Ehrenamtliche.

Denn die Ratsuchenden stammen von Nordenham bis nach Vechta. Die nächsten Aidshilfen sind in Wilhelmshaven und Osnabrück. „Uns wird immer gesagt, die Betroffenen können zu den Gesundheitsämtern gehen“, berichtet Brigitte Leupelt. „Doch sie beraten und betreuen die Betroffenen nicht über längere Zeiträume, dort arbeiten Ärzte, die medizinische Untersuchungen vornehmen.“

Ein Teil der Betroffenen kann aufgrund ihres Gesundheitszustandes nicht in die Beratungsstelle kommen. Das heißt, Brigitte Leupelt und ihr 18-köpfiges ehrenamtliches Team suchen die Kunden in ihren Wohnungen oder Heimen auf. Hinzu kommen Gefangene in den Haftanstalten in Oldenburg und Vechta, die von der Aids-Hilfe betreut werden.

Angesichts der Tatsache, dass Aids wieder zunimmt und vor allem vermehrt junge Leute betroffen sind, wünscht sich Brigitte Leupelt mehr Prävention. Doch die muss von den Schulen bezahlt werden. „Es gibt in der Wesermarsch, im Ammerland und den anderen Landkreisen durchaus Schulen, die uns regelmäßig bestellen, aber längst nicht alle, weshalb die Aufklärung über Aids zu denken gibt“, weiß sie aus ihrer täglichen Beratungspraxis. „Junge Leute meinen, es gibt äußerst wirkungsvolle Medikamente gegen Aids. Dabei ist es immer noch eine Tod bringende Krankheit“, stellt sie klar.

Der Wildeshauser Galerist Hartmut Berlinicke wird am 29. Oktober die Auktion leiten und 150 Kunstobjekte ab 16 Uhr versteigern. Ab 11 Uhr können sie von der Öffentlichkeit in Augenschein genommen werden. „Die vergangenen zwölf Auktionen waren sehr erfolgreich“, berichtet Hartmut Berlinicke. Die Leute kommen aus dem ganzen Oldenburger Land, um Kunst zu ersteigern. Und ich kann garantieren, dass es sich auf jeden Fall ausschließlich um Originale handelt“, versichert der Auktionator.

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