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Wissenschaftler zweifeln an Corona-Maßnahmen

Schlange stehen vor einem Laden, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Eine Gruppe von Wissenschaftlern, Kassenmanagern und Medizinern um den Gesundheitsökonomen Gerd Glaeske hat Bund und Ländern eine verfehlte Politik bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie vorgeworfen. Es gebe eine Reihe von „besorgniserregenden Fehlentwicklungen“, heißt es in einem Thesenpapier, über das die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ in ihren Dienstagsausgaben berichten. „Es überwiegt der Eindruck, dass die Verantwortlichen auf den immergleichen Vorgehensweisen beharren und Maßnahmen sogar noch verstärken, an deren Wirksamkeit und Akzeptanz es aus wissenschaftlicher Sicht größte Zweifel geben muss“, kritisieren die Autoren.

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Sie warnen Bund und Länder nachdrücklich davor, die Bevölkerung mit immer neuen Drohungen vor einem erneuten Lockdown zur Disziplin bewegen zu wollen. Dieser anhaltende und als alternativlos bezeichnete Bezug allein auf die Verantwortlichkeit des Einzelnen führe „zu Ermüdung, Abwendung und Flucht in falsche Heilslehren, aber nicht zu einer Verbesserung der Wirksamkeit der vorgeschlagenen beziehungsweise angeordneten Maßnahmen“, wird argumentiert. „Dies gilt vor allen Dingen im Zusammenhang mit einer Drohkulisse, die aus den impliziten Versatzstücken `langdauernder Winter`, `Weihnachten im Lockdown` und `es könnte für Sie kein Intensivbett mehr frei sein` zusammengesetzt ist“, so die Autoren. Diese Form der Krisenkommunikation führt nach Ansicht der Wissenschaftler in eine Sackgasse. Erforderlich sei vielmehr, regelmäßig eine „verständliche Neuanalyse der Situation“ vorzunehmen und Konzepte weiterzuentwickeln. Die Chance dafür sei auf der Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der vergangenen Woche jedoch verpasst worden. Stattdessen werde fälschlicherweise auf mehr Druck, mehr Kontrolle, eine Kriminalisierung der Bevölkerung und teilweise auch auf Denunziation gesetzt. Konkret fordern die Autoren, den Schutz von Risikogruppe in den Mittelpunkt der aktuellen Politik zu stellen. Das müsse der neue Leitgedanke sein, auch in der Krisenkommunikation. Dass das bisher noch nicht geschehen sei, sei eine „folgenreiche Fehlentscheidung“. Dabei zeigten Erfahrungen aus der Vergangenheit, zum Beispiel bei der HIV-Bekämpfung, dass allgemeine Maßnahmen immer mit spezifischen Schutzkonzepten für besonders gefährdete Gruppen kombiniert werden müssten. „Als Alternative bleibt sonst nur die Misere, die sich derzeit beobachten lässt: die allgemeinen Maßnahmen müssen immer weiter verschärft werden (bis zum Lockdown), um dann doch festzustellen, dass sie keinen Erfolg bringen“, wird in dem Papier gewarnt.

Foto: Schlange stehen vor einem Laden, über dts Nachrichtenagentur

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1 Kommentar

  1. Jens Krumpholz
    19. Oktober 2020 um 23.19

    Mein persönliches Fazit: Beim „größten Sozialexperiment aller Zeiten“ wie ich es nenne, geht es laut der Bundesregierung nach der Phase eins (April bis September 2020) nun in Phase zwei. Diese ist im Herbst 2020 leider Gottes noch mehr geprägt von Panik und – angstmachender Manier. Um das Volk auch rund um die Uhr mit dem Vorschlaghammer in Ihren Wohnzimmern am Abend oder beim Weg zum Einkaufen mit dem Auto zu erreichen, bedient man sich mit freundlicher Unterstützung beim deutschen Massenmedium Fernsehen sowie sämtlicher Radiostationen Land auf und Land ab

    Würde unsere Regierung inklusive Ihrer Vertreter auf Bundesebene nach über 6 Monaten nun endlich auch mal auf jene hören, welche schon seit längeren die Corona-Maßnahmen offen & ehrlich in infrage stellen, bliebe der Bevölkerung in Deutschland mit aller höchster Wahrscheinlichkeit schlimmeres erspart.

    Bei dem genannten Herren Gerd Glaeske im aktuellen Thesenpapier handelt es sich um eine Koryphäe aus dem Fachbereich Gesundheitswissenschaften, An der Universität Bremen ist der weltweit anerkannte Professor Leiter der Arbeitsgruppe „Ungleichheit und Sozialpolitik“ im SOCIUM Forschungszentrum, zu dieser Gruppe gehören weitere sieben Mitglieder. Bereits im Mai diesen Jahres kritisierte die aus 8 Personen bestehende hochkarätige Gesundheit-Expertengruppe im Thesenpaier2.0 die Bundesregierung aufs schärfste u.a. auch der im Artikel des Kölner Anzeigers genannte Jurist und Vorstand des BKK Dachverbandes Franz Knieps.

    Mir ist es ein völliges Rätsel, wieso die Bundesregierung, fast hierarchisch wirkend gefolgt von arroganter Haltung sich weiterhin in Ihrer völlig unverhältnismäßigen „Coronablase“ bewegt.

    Anerkannte Kritiker und im Volk immer lauterwerdende Stimmen, welche sich skeptisch aber auch aus ganz natürlichen menschlichen Beweggründen, wie aus Existenzangst zu Worte melden, landen nicht selten in den leider weit geöffneten Schubladen der sogenannten Verschwörer, Wutbürger oder Aluhutträger.

    Das alles erinnert mich doch sehr stark an das fast 40ig jährige Vorgehen der ehemaligen Volkskammer im SED Unrechtsstaat der DDR. Dort hießen jene Personen „Volksverhetzer“ und kritische Gruppierungen „kriminelle Banden“. Das Pamphlet aus dem Jahr 1976/77 meines 1992 verstorbenen Vaters Horst Gretzschel (Menschenrechtler in der DDR) aus seiner Stasiakte, in diesem mein Vater die Regierung der DDR aufs schärfste anklagt, erscheint mir heute wie ein Deja Vu.

    Ich kann abschließend nur mahnend appellieren.

    Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU) hören sie endlich auf die Stimmen Ihres Volkes, welche immer mehr Unterstützung von anerkannten Persönlichkeiten im Land erhalten. Fangen Sie endlich damit an das zutun für was Sie auch gewählt wurden und was Sie bei Amtsantritt Ihrem Volke geschworen haben.

    ZITAT „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.“

    Hochachtungsvoll

    Jens Krumpholz

    München-Pasing den 19.10.2020