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Unternehmer Herrenknecht für Lockerung des Kündigungsschutzes

via dts Nachrichtenagentur

Der Unternehmer Martin Herrenknecht plädiert angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise für mehr Flexibilität für Arbeitgeber in Deutschland. „Wir müssen das Kündigungsschutzgesetz lockern“, sagte er dem „Handelsblatt“ (Freitagausgabe). „In einer Zeit, in der die Industrie massenhaft Arbeitsplätze abbaut, passt das nicht mehr.“

Der Chef des Tunnelbau-Unternehmens im badischen Schwanau schaltet sich auch in die Debatte um arbeits- und krankheitsbedingte Fehlzeiten in Deutschland ein. „Wir sollten auch die drei Karenztage im Krankheitsfall streichen und das Krankengeld von sechs auf drei Wochen zurückfahren“, so der 83-Jährige. Zuvor hatte sich auch Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller zu Wort gemeldet und vorgeschlagen, den Ostermontag als Feiertag zu streichen, um die Produktivität im Land zu steigern.

„Im Ausland ist das der Standard“, sagte der Unternehmer, der etwa 5.000 Angestellte an 70 Standorten weltweit beschäftigt. „Da wundert man sich über so was wie die Vier-Tage-Woche oder Frührente.“ Im Gegenzug sollte sich Leistung in Deutschland laut Herrenknecht wieder mehr lohnen. „Für jeden, der 45 statt 40 Stunden arbeitet, sollten die Überstunden steuerfrei sein“, sagte er.

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dts Nachrichtenagentur

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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2 Kommentare

  1. Markus
    11. Dezember 2025 um 13.55 — Antworten

    War doch klar, dass solche Ausbeuter wieder schärfere Töne anschlagen, um ihre Profite zu retten bzw. selbst in Krisenzeiten zu steigern. Wer seine Arbeitnehmer (Im AG-Sprech: Sklaven) maximal drangsaliert und auspresst darf sich über Zusammenbrüche, Burnouts und andere Fehlzeiten nicht wundern.
    45 Stunden? Wir haben mehr als genug Arbeitssuchende, die gerne arbeiten würden. Warum sollen einige wenige alles stemmen müssen? In den 90ern war bei mir zeitweise 60+h/Woche Standard, weil alles an Aufträgen reingenommen wurde, was irgendwie geht, ohne allerdings entsprechend Mitarbeiter einzustellen. Das Familienleben ging dabei den Bach runter, zumal die Bezahlung auf 40h ausgelegt war und bei 50 Plusstunden das Arbeitszeitkonto aufgehört hat zu zählen, den Rest hat man dann gratis gearbeitet. Ausbezahlung war nicht vorgesehen, sondern Freizeitausgleich. Hat man diesen aber beantragt wurde einem kaltlächelnd beschieden: geht nicht, nichts frei.
    Der Laden existiert heute zum Glück nicht mehr.

  2. W. Lorenzen-Pranger
    12. Dezember 2025 um 6.14 — Antworten

    Während in anderen Ländern, Finnland etwa, die Arbeitszeiten verkürzt werden, während hierzulande über mehr als ein Jahrzehnt darüber diskutiert wurde, daß uns durch die Automatisierung die Arbeit ausgeht, kommen jetzt Unionsparteien und Schlaubi-Schlümpfe aus dem Unternehmertum um die Ecke und wollen, daß alle mehr arbeiten? Rentner sogar.
    „Denn Opa macht heute wieder Sonderschicht“ sang die Gruppe „Geier-Sturzflug“ in ihrem Satire-Song „Bruttosozialprodukt“.
    In / mit diesem Land stimmt doch was, eine ganze Menge, nicht. Na denn, ich, 78, geh dann mal zur „Sonderschicht“, ich kann doch die Spinner nicht einfach so hängen lassen…

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