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Trittin erwartet Ende russischer Gasimporte spätestens 2035

Gas-Verdichterstation Mallnow, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin geht davon aus, dass Deutschland ab spätestens 2035 kein Gas mehr aus Russland beziehen wird. „Wenn ich mir die Vorgaben selbst in der umstrittenen EU-Taxonomie anschaue, werden wir spätestens 2035 kein Gas mehr aus Russland beziehen“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe).

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Die in der Taxonomie festgelegten Regeln würden vorschreiben, dass ein Kraftwerk ab 2035 über seine gesamte Lebensdauer nicht mehr als 100 Gramm CO2 pro Kilowattstunde ausstoßen dürfe. „Anders gesagt, ein Kraftwerk müsste über die Dauer seiner Abschreibung zu gut Dreiviertel mit Wasserstoff betrieben werden. Sonst kommt man nicht auf die CO2-Vorgabe. Das hat die EU-Kommission festgelegt.“

Man teile das ausdrücklich. „Das mit Gas finanzierte russische System hat ein Verfallsdatum“, so Trittin. Allerdings hält der Grünen-Politiker eine kurzfristigen Verzicht Deutschlands auf russisches Gas für nur schwer umsetzbar. „Von heute auf morgen die deutschen Gasimporte aus Russland zu ersetzten, wird keine kleine Nummer. Es wird gelingen, aber zu einem hohen Preis. Hier ist leider viel Zeit verloren gegangen“, sagte der Außenpolitiker.

Aufgrund der hohen Preise komme auf den Weltmärkten aktuell langsam wieder Fracking-Gas ins Geschäft. „Wegen der anziehenden Konjunktur vor allem in den asiatischen Staaten können deren langfristige Lieferverträge mit Katar den Bedarf nicht mehr decken. Deswegen sind die kurzfristigen Spotmärkte leergekauft.“

Die Europäer hätten kaum mehr langfristige Lieferverträge und müssten nun selbst für die Grundversorgung über die teuren Spotmarkt-Preise bezahlen. „Die Russen könnten dieses Treiben in Ruhe abwarten“, warnte Trittin.

Foto: Gas-Verdichterstation Mallnow, über dts Nachrichtenagentur

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