Nachrichten

Ströbele droht bei Separierung alter Menschen mit Verfassungsklage

Hans-Christian Ströbele, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der langjährige Grünen-Bundestagsabgeordnete und Rechtsanwalt Hans-Christian Ströbele droht für den Fall, dass zur Bekämpfung der Coronakrise ältere und chronisch kranke Menschen separiert würden, mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. „Wenn sie die Alten und chronisch Kranken separieren, bin ich am nächsten Tag beim Bundesverfassungsgericht und klage“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Samstagausgaben). Das sei ein drastischer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte, den man gar nicht begründen könne.

Anzeige

„Das wäre wie Knast und kann sich nur ein Junger ausdenken, der davon nicht betroffen wäre.“ Außerdem sei es völlig kontraproduktiv. „Denn wenn ich lese, wie viele Menschen jetzt in Alten- und Pflegeheimen sterben, dann kommt mir das kalte Grausen. So eine Lösung ist unzumutbar und wird hoffentlich nicht weiter verfolgt.“ Er verstehe gar nicht, wie man das überhaupt noch diskutieren könne. „Damit schützt man die Alten nicht, sondern gefährdet sie.“ Ströbeles Parteikollege, Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer, hatte zuvor vorgeschlagen, Menschen über 65 Jahren und „Risikogruppen“ aus dem Alltag „herauszunehmen“ und sie weiter Kontakte vermeiden zu lassen. „Jüngere, die weniger gefährdet sind, werden nach und nach kontrolliert wieder in den Produktionsprozess integriert“, so Palmers Vorschlag.

Foto: Hans-Christian Ströbele, über dts Nachrichtenagentur

Vorheriger Artikel

Kanzleramtsminister: Höhepunkt der Krise kommt noch

Nächster Artikel

Braun zurückhaltend bei europäisch finanziertem Kurzarbeitergeld

35 Kommentare

  1. Renate Katharina Kozielski
    5. April 2020 um 0.07

    Ich möchte ohne Abstriche Herrn Ströbele Recht geben und unterstützen. Zwangs’schutz‘ für die eine Gruppe unserer Gesellschaft darf es nicht geben. Gleiche Rechte und Würde sind jedem, der in unserer Gesellschaft lebt, per Verfassung grundrechtlich zugesichert. Diese Rechte hat niemand verwirkt, weil er alt und/oder krank ist. Jeder alte und kranke Mensch in unserer Gesellschaft kann eigenständig nach Augenmaß und Vernunft über Art und Ausmaß seines Schutzes bestimmen. Dass die sogenannte Risikogruppe dieses sehr wohl vermag, hat sie überall hinlänglich gezeigt. Eine entmündigende und freiheitseinschränkende Behandlung einer Gesellschaftsgruppe ist also nicht nur verfassungswidrig, sondern auch unsinnig. Dieser immer gern als „Schutz der älteren und vorerkrankten Bürger“ ausgegebene Vorstoß gegen eine Gruppe (übrigens ohne irgendeinen medizinisch fundierten Nachweis, also recht willkürlich) erscheint mir respektlos und heuchlerisch. Es ist gut, dass Herr Ströbele auch auf die gesundheitliche Gefahr hinweist, die eine erzwungene Separierung zur Folge haben kann. Ausgrenzung, Zwang, Ohnmachtsgefühle, übertriebener Entzug sozialer Kontakte in einem besonders empfindlichen Alter oder Gesundheitszustand – das schwächt nun wirklich die Abwehrkräfte.
    Ein aufgeklärt-liberaler Umgang miteinander, kein autoritäres „Und Du hast jetzt erst mal Stubenarrest! Was wirst du auch so alt!“ wäre schön.
    Katharina Kozielski

    • Salomon
      6. April 2020 um 12.43

      Das haben Sie sehr sehr gut beurteilt und geschrieben..danke dafür..Ich schließe mich ihrem Kommentar an und ich grüße sie als ehemalige langjährige Oldenburgerin freundlichst von der nordöstlichsten Ecke der Ostseeküste
      Roswitha Salomon

  2. W. Lorenzen-Pranger
    5. April 2020 um 0.32

    Na ja, das Grundgesetz gilt ja schon eine ganze Weile nicht mehr – zum Teil nicht einmal die allgemeinen Menschenrechte. Der Abschaum mcht sich seine Regeln selbst und niemand leistet Widerstand.

  3. Herr Uninformiert
    5. April 2020 um 14.07

    Die Grundrechte sind doch eh schon eingeschränkt für alle und Herr Ströbele muss jetzt schon klagen, gerade weil sie für Ältere in Alters- und Pflegeheimen bereits noch stärker eingeschränkt sind. Kann mal jemand Herrn Ströbele über die aktuelle Situation aufklären?

  4. Pflegerin
    5. April 2020 um 15.06

    Angehöhrige komnen schon vors Haus,
    Telefonieren und nehmen mit ihren Leuten kontakt üvers Fenster auf.
    Die Alten Leute fühlen sich eingesperrt und sozial isoluert.
    Wollen nicht trinken, Orientierung geht verloren,
    Dürfen nicht mehr gemeinsam Mahlzeiten einnehmen, hospitalisieren..

  5. Angelika Schilling
    5. April 2020 um 15.40

    Ich freue mich, dass Herr Ströbele diesen Schritt in Erwägung zieht. Es gibt ja auch noch einen anderen Aspekt: wenn nach diesen unsäglichen Maßnahmen die Wirtschaft wieder anläuft – anfangs sicher schleppend – werden es nicht die Jungen sein, die in Restaurants und Cafés sitzen und diesen damit helfen, wieder auf die Beine zu kommen. Die Jungen werden nämlich zum überwiegenden Teil damit beschäftigt sein, ihren Schuldenberg zu stemmen. Es war ja auch schon vor der Krise so, dass die „Alten“ ihr Geld in Restaurants, Museen und Konzerten ausgaben. Ohne diesen Teil der Gesellschaft könnte kein Restaurant, kein Orchester überleben. Das Wort „schutzbedürftig“ ist für mich langsam ein Reizwort. Bis vor kurzem durften oder mussten viele Senioren sich noch um ihre Enkel kümmern, haben Ehrenämter inne gehabt, haben Sport getrieben, an den Tafeln Essen verteilt. Jetzt werden sie plötzlich als gebrechlich hingestellt, was ja nur auf einen kleinen Teil zutrifft. Die sozialen und psychischen Folgen wären verheerend. Jeder ältere Mensch sollte entscheiden, ob er zuhause bleiben will oder ein Risiko eingeht. Ich persönlich hätte lieber auf meinem Organspendeausweis den Aufkleber: für mich bitte keinen jungen Menschen von der Beatmung abklemmen.

  6. Helmut Albert
    5. April 2020 um 17.44

    „Was genaues weiß man nicht“ gilt für die gesamte Situation das Virus betreffend. Statt dass sich Wissenschaftler mit der Herkunft und Entstehung von Viren beschäftigen, geben sie Ratschläge wie lange die Bürger noch „eingesperrt“ werden sollen und die Politiker folgen. Die Wissenschaft ist sich ja noch nicht einmal im Klaren ob Viren aus dem Anorganischen heraus entstehen oder sich sich von Lebewesen absondern. Diese Unkenntnis und Ohnmacht hat nun zur Folge, irgendeine Gruppe von Menschen verantwortlich zu machen. Diese Vorstellungen hatten wir schon und man kann nur eindringlich warnen davor.

  7. Helmut Gerber
    5. April 2020 um 17.48

    Wird es damit enden, dass Alte und Kranke in aus dem Boden gestampfte und somit nur ungenügend überhaupt für die Unterbringung von Menschen ausgerüstete Gefangenenlager deportiert werden? Wer dann nicht – medizinisch unversorgt – von selbst stirbt, bei dem wird nachgeholfen? Eine „großartige“ Entlastung der Rentenkassen! Einziger Verbündeter der Betroffenen – außer denen, die Klage beim Verfassungsgericht (natürlich wird die abgewiesen) erheben – wäre dann die Pharmaindustrie. Die verdient an Alten und jüngeren Kranken das Meiste.

  8. Ulrich
    5. April 2020 um 17.57

    Niemand tut sich leicht damit alte zu isolieren, aufgrund des viel höheren Risikos bleibt uns aber nicht übrig wenn wir unser Land und die Welt nicht vollkommen an die Wand fahren wollen. Wachen sie auf Herr Ströbele, das Grundgesetz wurde in diesen Zeiten schon lange abgeschafft und irgendwer muss für die Rentner auch bezahlen! Bald können wir niemanden mehr versorgen, wir müssen deshalb dringend handeln!

    • Helmut Gerber
      5. April 2020 um 18.13

      Na, dann weiß ich ja, wer mich erschießen wird. Solche wie Sie, „Ulrich“!

      • Ache
        9. April 2020 um 14.54

        Ich finde die Idee, die Schutzbedürftigen solange zu schützen, bis die Herdenimmunität (rd. 60% der Gesamtbevölkerung) erreicht ist richtig.
        Die Frage ist ob man selbst in der Lage ist, seinen Status selber korrekt einzuschätzen.
        Da könnte es von zentraler Stelle genaue Vorgaben geben, ab welchem Alter, bei welchen Vorerkrankungen.
        Ich würde dann die Risikogruppe auch nicht wegsperren, sondern deutlich kennzeichnen, so dass man in der Öffentlichkeit Abstand nehmen kann und sich besonders rücksichtsvoll verhalten kann.

      • Mahner
        26. April 2020 um 20.54

        Unsere Kinder werden und wurden seit Wochen weggesperrt, das ist bereits verfassungswidrig. Eltern, die beide berufstätig sind und für ihre Renten sorgen,sind ebenfalls in ihren Grundrechten stark eingeschränkt. Das interessiert aber unsere Regierung nicht da diese Personengruppe nur 2,4 Mio Wähler ausmacht. Damit kann man keine Wahlen gewinnen , mit fast 20 Mio Risiko- Bevölkerungsgruppe dann natürlich schon eher! Bei allen gesundheitlichen Gefahren ist das leider Fakt!

    • Marlies Schulze
      6. April 2020 um 19.39

      Herr Ulrich wir Alten haben ein Selbstbestimmungsrecht und sind nicht unmündig. Ich habe bis vor 2 Jahren noch gearbeitet und jetzt
      will ich meinen Ruhestand geniessen.Ich lasse mich nicht wegsperren. Noch leben wir und die nächste Wahl kommt bestimmt Verantwortung kann ich selbst für mich übernehmen und feiere keine
      Coronaparty so wie die jungen Leute.
      Also sparen Sie Ihren unqualifizierten Spruch.
      MfG
      Schulze

    • G.Lesnik
      30. April 2020 um 15.29

      Halle! Geht es noch !!!! Herr Ströbele hat vollkommen Recht! Die heuchlerische Art – dass die Alten in Altenheimen auf ihrem Zimmer dahinvegetieren – kann man solangsam nicht mehr hören! Herr Ulrich!!!! Was soll das – dringend handeln? Man kann doch die Menschen nicht wegsperren…..es erinnert mich an………..nun…………….ich sage es am besten nicht – aber JEDER kann sich denkren!
      Ich nehme an – Sie sind noch sehr jung – denn sonst würden Sie solche unmöglichen Dinge hier nicht schreiben!
      Die Alten haben das Land aufgebaut – in dem es Ihnen sehr gut geht! Ich könnte ko…..über Leute, die so einen Mist schreiben wie SIE! Haben Sie keine Eltern – oder eventuell auch keine Gefühle???? Vermutlich ist es so!

  9. Anne Lepp
    5. April 2020 um 21.59

    wie alt und starrsinnig muß man sein, um so herzlos und kurzsichtig zu sein. Ich gehöre selbst zur älteren Generation und habe zwei Kinder, mit Kindern, die soloselbstständig sind. Die um ihre Existenz und Zukunft bangen, wie Millionen Anderer zur Zeit auch. Ich würde mit Freude diese Einschränkung auf mich nehmen, um damit dazu beizutragen, dass die Wirtschaft und damit der Broterwetb von Familien nicht gänzlich zusammenbricht. Oder glauben Sie, Herr Ströbele , wirklich, dass der Staat über Monate quasi die gesamte Volkswirtschaft am Leben erhalten kann? Ich denke, es müssen alle Möglichkeiten abgewogen werden und am Ende eine kluge Entscheidung getroffen werden. Aber wenn Sie schon, bevor überhaupt Fakten auf dem Tisch liegen, verkünden, dass Sie zum Verfassungsgericht laufen, um das in jedem Fall zu verhindern, dann stellt sich die Frage, ob Sie bei solcher politischen und sozialen Kurzsichtigkeit überhaupt in den Bundestag gehörten….

  10. Christa B.
    6. April 2020 um 0.15

    Dies alles geschieht zum Schutz dieser
    älteren Menschen… begreift dies hier eigentlich jemand????
    Es handelt sich hier auch um viele demente Menschen die selbstständig keine Entscheidungen mehr treffen können. Auch die gilt es zu schützen.
    Man fragt sich wirklich mit wieviel Dummheit man in diesem Land konfrontiert wird !
    Mit Ausgrenzung oder Separierung hat das doch nichts zu tun….diese Menschen leben schon vorher in Heimen oder ähnlichen Einrichtungen.
    Übernehmen Sie persönlich die Verantwortung für diejenigen die dann sterben werden Herr Ströbele?
    Hauptsache Sie können klagen und sich wichtig machen!
    Alle anderen werden zu gegebener Zeit und wenn sie es wollen in ihr “ normales Leben“ zurückkehren, wenn diese Ausnahmesituation es zulässt.

    • Schulze
      6. April 2020 um 19.24

      Wir sind auch Rentner, gesund und schützen uns so wie jüngeren Menschen. Die Regierung hat nicht das Recht uns weiter einzusperren das ist einfach nur
      respektlos .Viele alte Menschen sind eh schon isoliert
      und somit einsam. Jeder soziale Kontakt ist da nur willkommen, abgesehen dass mit der erweiterten
      Einsperrung psychische Probleme entstehen und die
      machen bekanntlich krank. Also Finger weg von uns
      Alten….schämt euch alle!!!!
      MfG
      M.Schulze

    • Martin Koehler
      8. April 2020 um 13.47

      hallo Christa, sie unterstellen, dass alle Alten sowieso in Heimen und ähnlichen Einrichtungen leben. Ich bin 70 Jahre alt und bin anscheinend so dement, dass ich das noch gar nicht gemerkt habe.
      Wahrscheinlich finden sie es Selbstüberschätzung meinerseits, wenn ich sage, ich bin weitaus fitter als mancher 50-jährige, habe kein Übergewicht, bin nicht zuckerkrank. Ach so, ich war trotzdem infiziert, mit leichten Symptomen und deshalb wohl immunisiert. Warum bin ich also besonders gefährdet ?
      Nach ihrer Einschätzung muss ich wohl sofort mit Sport aufhören, darf nie mehr ans Meer fahren und mit meinem Boot unterwegs sein, und natürlich nicht mehr Auto fahren, sondern mich brav auf mein Sofa setzen und maximal Fernsehen, aber nur wenn mein Pfleger das zulässt. Ach ja, meine an Alzheimer erkrankte Schwiegermutter darf ich auch nicht mehr versorgen, das machen sie dann wohl.

      • Elisabeth
        16. April 2020 um 22.22

        Gilt das auch fuer die Politiker ueber 65 Jahre???
        Ich finde es unmoeglich dass es Komentare gibt die das gut finden.
        Denken die jungen auch daran dass sie mal alt werden?

  11. Uwe Petersen
    6. April 2020 um 1.42

    auch wenn ich nicht unbedingt ein Freund von Herrn Ströbele bin,aber in dieser Beziehung hat er mehr als recht.Da werden langsam Erinnerungen am 3 Reich wieder wach.Als erstes kommt das Corona Alten Reservat in der zweiten Stufe das Reichsghetto oder Corona Ghetto wie es dann auch immer genannt werden wird.

    • Manfred Murdfield
      6. April 2020 um 8.21

      Genau, Herr 18 und Konsorten haben auch mit dem Grund zum Schutz der Rasse und des deutschen Volkes verfahren. Aber es gibt sicherlich Leute solchen Geistes, die das gut finden, ohne hier jemandem zu nahe zu treten.

  12. Dr. Anna Steidle
    6. April 2020 um 11.05

    Gut, dass es Herr Ströbele gibt! Danke!

  13. rita buecker
    6. April 2020 um 12.53

    der zukunftsfilm 2020 wird wahr,

  14. Anne Lepp
    6. April 2020 um 13.13

    Ich war auf diesem Portal zum ersten mal, bin aber entsetzt, wieviel Dummheit sich hier breit macht.
    Absurde Vergleiche zum Nationalsozialismus…haarsträubend !
    Dabei wären das wahrscheinlich die Ersten die am lautesten aufschreien, dass der Staat nicht genügend tut, wenn es zu Verhältnissen wie in Italien kommen würde. Jedem und Jeder mit einem einigermaßen gesunden Menschenverstand muss doch klar sein, dass die Wirtschaft nicht monatelang stillstehen kann. Das würde Millionen arbeitslos machen und viele verarmen lassen. Also muss darüber nachgedacht werden, wie man trotz allgemeinen Lockerungen für die berufstätige Bevölkerung, die Menschen, die zu der Gruppe der am meisten Gefährdeten gehören weiterhin für eine bestimmte Zeit schützen kann. Wenn sich Jemand allerdings nicht schützen möchte, dann ist es sein eigenes Risiko und auch Verantwortung. Darf dann aber im Zweifelsfall auch nicht den Staat verantwortlich machen. Was Ströbele bezweckt, sind Denkverbote…aber bei Denkverboten waren die Ideologen gleich welcher Coleur schon immer gaanz weit vorn ….

    • W. Lorenzen-Pranger
      6. April 2020 um 18.53

      „Absurde Vergleiche zum Nationalsozialismus…haarsträubend !“

      Beschäftigen sie sich mal etwas mit der Geschichte der Unionsparteien und der FDP z.B.

      • Anne Lepp
        6. April 2020 um 21.28

        Wenn Sie den Begriff. “Abschaum“ verwenden, dann sollten SIE sich vielleicht mal mit der Geschichte beschäftigen und dann werden Sie erstaunliche Parrallelen finden…
        Übrigens brauchen Sie nicht mehr darauf eingehen. Ich verabschiede mich jetzt nämlich von diesem Portal,
        Ich mag Diskussionen, aber ich mag keinen Hass….

    • Manfred Murdfield
      11. April 2020 um 7.56

      Mit Selbstgefälligkeit geht es auch hier nicht besonders weit. Im Übrigen ist Herr Ströbele nicht mehr BT-Abgeordneter, aber auch andere, wie z.B. G. Baum, setzen zum Glück ihre anwaltlichen Erfahrungen und Möglichkeiten zur Wahrung von Menschenrechten auch beim BVerfG ein. Das muss nicht jedem gefallen, mir schon.

  15. Nelli
    6. April 2020 um 14.05

    Egal wie alt, krank, jung etc. jemand ist, jeder Mensch hat ein Recht auf Selbstbestimmung. Wir sollten uns nicht fremdbestimmen lassen. Wir sind autonom handelnde Menschen. Keiner, nicht mal der Staat, darf über das Leben eines einzelnen entscheiden. Ich musste es, als ein mir sehr nahestehender Mensch nicht mehr leben wollte, selbst begreifen. Ich kann versuchen, jemanden von einer Maßnahme/Handlung/Nicht-Handlung zu überzeugen, wie in meinem Fall, sich nicht das Leben zu nehmen, aber ich darf nicht darüber bestimmen und diese Person wegsperren! Ich lerne auch von meinem Sohn, je mehr Druck ich aufbaue, desto mehr Gegendruck produziere ich.
    Das Problem, was wir momentan in der Gesellschaft haben, ist die Verbreitung von Angst und Panik. Angst und Panik führen hingegen zu keinen guten Entscheidungen!
    Die Politik wäre gut beraten, valide Zahlen über die Verbreitung des Virus und die tatsächlichen Todesfälle durch und nicht nur mit Corona der Allgemeinbevölkerung zur Verfügung zu stellen und nicht noch mehr Angst und Panik zu schnüren, um Gehorsamkeit bei der Bevölkerung zu erreichen.

  16. Petra Larberg
    7. April 2020 um 8.40

    Zustimmung Herr Ströbele, ich gehöre selbst zur Risikogruppe. Alter und Vorerkrankung. War vor Corona immer ehrenamtlich tätig. Ich vermisse es sehr. Ich möchte nicht bis zum Sankt Nimmerleins Tag oder zu Tode geschützt werden. Unser aller Leben ist endlich.
    Die Freiheit ist unser kostbarstes Gut.! Die sollte niemand unnötig einschränken.

  17. Felicitas
    7. April 2020 um 11.30

    Ohje, da wird sofort wieder ein Generationsthema draus, oder?
    Es geht nicht um Alt gegen Jung. Es geht um eine gemeinsame Strategie für den Umgang, damit wir als Gesellschaft das möglichst gut bewältigen können.

    Es geht dabei ja nicht darum, dass man ältere Menschen „wegsperrt“, damit die Jungen ihre Freiheit genießen können . Es geht darum, dass die jüngeren Menschen (bzw die, die nicht Risikogruppe sind) sich dann eher anstecken, damit bald die Herdenimmunität eintritt und somit das Risiko für ältere Menschen und Risikogruppen reduziert wird.
    Vielleicht sollte man dabei mal den solidarischen Anteil sehen, anstatt sofort nur die Einschränkung der eigenen Freiheit. Jüngere würden das in Kauf nehmen müssen für die Riskogruppe, und auch da würden jüngere sterben!
    Wenn ältere Menschen dann unbedingt rauswollen, Kaffee trinken gehen oder was auch immer, wenn der größte Teil der Bevölkerung sich ansteckt, können sie das von mir aus gern tun. Ich glaube vielmehr, dass in diesem Moment der gesunde Menschenverstand sagen würde, dass ich als Risikogruppe vielleicht selbstgewählt für eine gewisse Zeit noch zu Hause bleibe, aufs Telefon umsteige und anderweitig Kontakt aufrecht erhalte. Es gibt sicherlich auch die Möglichkeit, dass sich dann „gesunde“ Gruppen in Quarantäne zusammenbegeben, damit man eben nicht allein ist (wenn man keine Betreuung braucht). In Heimen ist es einfach eine schwierige Situation.

    Ich glaube, viele ältere Menschen verstehen gerade nicht, dass das Abstandsgebot vor allem aus der Sorge eingehalten wird, dass Menschen der Risikogruppen nicht alle krank werden und das Gesundheitssystem überrollen. Damit sie geschützt werden vor der Krankheit oder falls sie krank werden, auch noch behandelt werden können. Und leider gehören ältere Menschen zu der Risikogruppen. Aus Schutz der Risikogruppen schränken sich alle ein. Dann finde ich es durchaus eine Überlegung wert, dass diejenigen, die ein höheres Risiko haben, sich von selbst schützen, bevor wir das ganze Land monatelang stilllegen.
    Ein bisschen Demut könnte man an der Stelle auch mal zeigen. Nicht nur ältere sind von der Situation betroffen, fragt mal die Familien, die alleinerziehenden, die zu Hause 3 Kinder betreuen, diejenigen, deren Unternehmen gerade den Bach runter geht, die jahrelang geschuftet haben und deren Existenz jetzt bedroht ist… .

    Die Auswirkungen betreffen uns alle und nicht nur alte Menschen.

    • W. Lorenzen-Pranger
      8. April 2020 um 16.20

      Immer mehr Ärzte, Politikwissenschatler, Soziologen, Psychologen – bis hin zum ehemals obersten Verfassungsrichter (!), warnen vor dem Mißbrauch dieser „Regelungen“ – und das ganz sicher nicht ohne Grund.
      Sind sie sicher, daß SIE verstanden haben, worüber sie hier schreiben?
      Im Übrigen: Wieso werden satte Strafgelder verhängt, wenn jemand doch nur seine elementarsten Bürgerrechte in Anspruch nehmen will. Wenn das alles zum Schutz der Bürger sein soll, dann würden doch auch Verwarnungen und stichhaltige Argumente ohne in der Summe mindestens Millioneneinnahmen reichen – oder? (In Bayern soll, so lese ich, das „Verweilen im Park“ tausend Euro kosten.)
      Nee, hier wird die Gelegenheit ergriffen mal auszuprobieren wie weit man gehen kann – und das ist, zum Erschrecken demokratisch gesinnter Menschen, VIEL zu weit – zumal wir wissen, wie Herr Martin Koehler oben ganz richtig schreibt, daß nur Vorerkrankte und sehr Alte ernsthaft gefährdet sind. Und nochmal, daß man irgendwann mit über achtzig Jahren (oft auch früher) stirbt, das war auch schon vor dieser Kankheit so. Mir kann man damit jedenfalls keine Angst machen – und ich bin 72. Mir ist klar, daß meine „Restlaufzeit“ begrenzt ist. Und gerade deshalb verzichte ich nicht auf Lebensqualität, schon gar nicht, wenn man so zwielichtig rüberkommt.

      • W. Lorenzen-Pranger
        10. April 2020 um 19.12

        Inzwischen treiben es einige wirklicg auf die Spitze:

        https://www.mdr.de/sachsen/corona-virus-sachsen-ticker-karfreitag-zehnter-april-100.html

        Ja, ab in die Psychiatrie, am Besten Michael Kretschmer, CDU, zuerst. Tja, Sachsen hats geschafft, die brauchen keine AfD und Pegidas mehr, da schafft es die CDU allein, alle Gesetze und Menschenrechte aus zwielichtigen Gründen mal eben abzuschaffen.
        Wieso steht dieser Skandal noch nicht in allen Zeitungen?

  18. Doris
    10. April 2020 um 18.08

    Ich hoffe, dass dies kein leeres Versprechen ist!

    Keine Art von Zwang ist gerechtfertigt.
    Da bitte ich doch, auch noch die Menschen mit einzubeziehen, die behindert sind. All die Millionen Behinderten Menschen, die ebenfalls seit Wochen eingesperrt sind. Die geistig Behinderten Menschen sind noch nicht mal einen Kommentar wert?! Absicht?
    Da könnte ja ein Glöcklein klingen und ein Licht aufgehen…

    „Im Namen des Schutzes“ ist für mich doch nichts anderes als ein Aufräumen und wegsperren.
    Wer wird in Zukunft noch leichten Herzens seine Eltern ins Heim bringen? Wenn zu jeder Zeit Jemand bestimmen kann, ob und wann sie familiär begleitet werden können. Und einige Häuser haben nicht gerade den besten Ruf. Wenn Nichts mehr nach Außen dringt…wer setzt sich für diese abhängigen Menschen ein?
    Und bei den Behinderten Menschen, die noch nicht mal mit Telefon und iPad umgehen können?! KolladeralSchaden?

    Die Würde des Menschen ist unantastbar.
    Wirklich? Beweist es!
    Wenn die Politik anfängt lieber Gott zu spielen, hört‘s bei mir auf!

  19. Hannelore Ulbricht
    15. April 2020 um 10.33

    Sehr geehrter Herr Ströbele,
    ich gebe Ihnen voll und ganz recht.
    Eine absolute Respektlosigkeit und Unverschämtheit so etwas auch nur in Erwägung zu ziehen. Was sind wir ältere Menschen, Menschen zweiter Klasse? Ich veranstalte keine Corona-Partys und halte mich an den vorgegebenen Einschränkungen und damit ist es auch genug.
    Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Pasta.