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Pflichtberatung vor Downsyndrom-Tests im Gespräch

Kardiotokografie im Krankenhaus, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Eine fraktionsübergreifende Gruppe von Bundestagsabgeordneten will eine gesetzliche Beratungspflicht für Schwangere einführen, die ihren Fötus mit einem Bluttest auf das Downsyndrom untersuchen lassen wollen. Das berichtet der „Spiegel“ in seiner neuen Ausgabe.

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Die Initiative will dazu noch vor Ende der Legislaturperiode das Gendiagnostikgesetz ergänzen. Demnach soll ein Arzt „über die Vornahme oder Nicht-Vornahme“ einer solchen Untersuchung beraten und eine sachverständige Person für „psychosoziale Fragen“ hinzuziehen, wie es in einem Arbeitsentwurf der Gruppe heißt. Dabei soll es um praktische Hilfen gehen, „die die Fortsetzung der Schwangerschaft und die Lage von Mutter und Kind erleichtern“. Bei einem positiven Testergebnis soll eine weitere Beratung folgen. Zu der Gruppe um Ex-Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt und CDU-Gesundheitspolitiker Rudolf Henke gehören auch Politiker von CSU, Grünen, Linkspartei und FDP. Die gesetzlichen Krankenkassen sollen Risikoschwangeren künftig einen nicht invasiven Pränataltest auf Trisomien 13, 18 oder 21 bezahlen. Offen ist, wie die betroffenen Frauen informiert werden. „Die Frage ist so wichtig, dass sie mit einem Gesetz geregelt werden muss“, sagt SPD-Politikerin Schmidt, die auch Vorsitzende der Lebenshilfe ist.

„Wir müssen dafür sorgen, dass Menschen mit Trisomien nicht aussortiert werden“, sagt CDU-Politiker Henke.

Foto: Kardiotokografie im Krankenhaus, über dts Nachrichtenagentur

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1 Kommentar

  1. Cornelia Bonarrigo
    9. Juni 2021 um 21.40 — Antworten

    Vor einigen Jahren noch hätte ich mich strikt dagegen geäußert, ein Ungeborenes mit Downsyndrom abzutreiben. Ich selbst bin Mutter eines geistig behinderten Sohnes, der zusätzlich eine Psychose hat, (jedoch kein Downsyndrom) und das bringt uns an den Rand unserer Kräfte. Aber nicht wegen seines Zustandes, sondern das ganze Gesundheitssystem ist ein Kapitalismus-System. Es wird an Personal gespart, wo es nur geht. Aber gerade das ist ja der Faktor, den behinderte Menschen (und nicht nur diese Menschen) brauchen.
    Aus diesem Grunde ist es nicht einfach, die richtige Entscheidung zu treffen.
    Mit freundlichen Grüßen

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