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Hausärztechef und Ärztepräsident bemängeln Booster-Organisation

Aufgezogene Impfspritzen, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Ärzteverbände werfen Bund und Ländern Versäumnisse bei Booster-Impfungen vor und fordern die Voraussetzungen für ein hochfrequentes Impfen. „Wir haben schon im Sommer darauf hingewiesen, dass der Impfschutz nach circa sechs Monaten nachlässt“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgaben).

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Die Politik in Bund und Ländern müsse sich um die Organisation der Auffrischimpfungen kümmern. „Passiert ist aber lange nichts.“ Notwendig seien „zusätzliche Impfangebote durch Reaktivierung vorhandener Impfzentren, durch Schaffung von Popup-Impfstellen und durch Impfstellen an ausgewählten Krankenhausstandorten“. Der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, kritisierte, dass Politiker wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Pressekonferenzen zu früh Auffrischungsimpfungen für alle ankündigten. Es sei „ganz und gar nicht hilfreich“, wenn das Boostern über eine Pressekonferenz verkündet werde, bevor überhaupt klar sei, wie das effektiv organisiert werden soll. „Das müssen die Hausarztpraxen nun ausbaden, weil alle glauben, dass sie jetzt dringend den dritten Pieks brauchen.“ Weigeldt sagte, dass jüngere gesunde Menschen nicht auf den Tag genau nach sechs Monaten eine Booster-Impfung brauchen. „Im Fokus der aktuellen Booster-Bemühungen müssen daher die vulnerablen Gruppen bleiben, also die älteren und chronisch kranken Patientinnen und Patienten“, so der Hausärzte-Chef.

Foto: Aufgezogene Impfspritzen, über dts Nachrichtenagentur

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