Gestiegene Infektionszahlen sorgen für Unruhe in GroKo

Sitzbänke mit Corona-Abstandshinweis, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die gestiegenen Infektionszahlen der vergangenen Tage sorgen für Unruhe in der Großen Koalition. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Montagsausgabe). SPD-Chef Norbert Walter-Borjans wirft Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) demnach Versäumnisse vor, etwa beim Umgang mit Reiserückkehrern.

Die „vollmundige Selbstvermarktung“ des Ministers könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass an vielen Stellen Testkapazitäten fehlten oder dass Rückkehrer aus Nichtrisikogebieten zwar zu kostenlosen Tests eingeladen, dann aber ungetestet nach Hause geschickt würden, sagte Walter-Borjans der Zeitung. Zudem ließen Testergebnisse so lange auf sich warten, dass Betroffene „gegen ihren Willen zum Infektionsrisiko“ würden. „Zum erfolgreichen Umgang mit der Pandemie gehört nicht nur der Auftritt vor der Kamera, sondern auch das Klein-Klein der Umsetzung“, so der SPD-Chef. „Das ist aber ganz offenbar nicht Sache des Bundesgesundheitsministers.“ Spahn hatte zuletzt gesagt, noch könnten das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst mit den gestiegenen Infektionszahlen umgehen. Am Sonntag meldete das Robert-Koch-Institut 555 Neuinfektionen mit dem Coronavirus, allerdings übermitteln nicht alle Gesundheitsämter am Wochenende ihre Zahlen. An den Vortagen waren es noch jeweils mehr als tausend Neuinfektionen gewesen. Weil in einigen Bundesländern die Schule wieder beginnt, kehren derzeit viele Reisende zurück nach Deutschland – auch aus Ländern mit hohen Infektionsraten. Gleichzeitig führt das heiße Wetter zu vollen Stränden und Badeseen. Walter-Borjans zeigte Verständnis dafür, dass viele Bürger „urlaubsreif“ seien. Er sagte aber auch, „die Pflicht zur Vorsicht“ bleibe trotzdem. Für viele sei „alles unbedenklich, was nicht strikt verboten ist“. Die Politik müsse deshalb die Test- und Maskenpflicht sichern „und gegebenenfalls mit spürbaren Sanktionen durchsetzen“. Der SPD-Chef warnte vor einem zweiten „wirtschaftlichen Lockdown“. Dieser würde auch die wirtschaftsstarke Bundesrepublik an die Grenze der Belastbarkeit und möglicherweise darüber hinaus bringen.

Anzeige

Foto: Sitzbänke mit Corona-Abstandshinweis, über dts Nachrichtenagentur

Mehr aus diesem Ressort
NachrichtenUS-Börsen lassen nach – KI-Zweifel belasten NasdaqNachrichtenSchneider plant Millionenhilfe für Reparatur von Tschernobyl-HülleNachrichtenGüler will mehr Geld für humanitäre Hilfe
StartseiteKommentieren
Weitere Artikel
NachrichtenGrüne wollen Einreiseverbot für Ben-GvirNachrichtenKlingbeil rät SPD von Personaldebatten abNachrichtenGewinnzahlen Eurojackpot vom Dienstag (18.08.2026)NachrichtenDatev-Index: Gastgewerbe trotzt MittelstandsflauteNachrichtenFinanzminister weist Unionskritik an Steuerreform zurückNachrichtenSachsen-Anhalt: Spitzenkandidaten diskutieren über Bürokratieabbau
StellenmarktJobs in OldenburgAktuelle Stellenangebote aus Oldenburg und der Region.LokalesNachrichten aus OldenburgAlle Meldungen aus der Stadt auf einen Blick.Immer informiertWhatsApp-KanalDie wichtigsten Nachrichten direkt aufs Handy.MenschenOldenburger/in des MonatsJeden Monat ein besonderes Gesicht der Stadt.
Im FokusTopthemenKommunalwahl 2026StadionneubauCäcilienbrücke
Social MediaFolge unsFacebookInstagramYouTubeTikTok