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Expertenkommission Efi kritisiert E-Auto-Fokus bei Mobilitätswende

Elektroauto an einer Strom-Tankstelle, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Expertenkommission Forschung und Innovation (Efi) spricht sich gegen den Weg aus, den Deutschland bei der Mobilitätswende eingeschlagen hat. „Wir wundern uns sehr, dass die Bundesregierung die Elektromobilität so sehr priorisiert hat“, sagte deren Vorsitzender Uwe Cantner dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe) anlässlich der Vorstellung des neuen Efi-Gutachtens.

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Denn der ökologischen Fußabdruck der E-Autos entstehe ja nicht nur durch deren Betrieb auf der Straße, sondern werde schon allein durch die Gewinnung des Rohstoffes für die Batterie, der Seltenen Erden, deutlich erhöht. „Dass E-Autos hier bei uns in Deutschland keine Abgase in die Luft blasen, reicht nicht“, sagte Cantner. Deshalb gelte es, „einerseits die Umweltschädlichkeit der E-Mobilität weiter zu reduzieren und andererseits die Alternative Wasserstoff auch für den Verkehr voranzutreiben“. Zudem brauche Deutschland für jede Alternative eine saubere Analyse der Umweltschäden für Produktion und Betrieb.

„Diese liegen bisher nicht in ausreichendem Maße vor“, sagte der Efi-Vorsitzende. Bis dahin müsse sich die Bundesrepublik alle Möglichkeiten offenhalten und auch die Ladeinfrastruktur für alle Varianten, also Strom und Wasserstoff. Nur dann kann sich laut Cantner die ökologisch beste Variante durchsetzen. Aus diesen Gründen sieht die Efi Kaufprämien sehr kritisch, „auch für E-Mobile“, so der Experte.

Viel sinnvoller als die direkte Förderung sei es, „das Geld in eine Betankungsstruktur zu stecken, die mehrere Technologien erlaubt“. Die Bundesregierung hatte die Subvention für elektrisch und teilelektrisch betriebene Fahrzeuge zuletzt auf 9000 Euro beziehungsweise 6750 Euro verdoppelt.

Foto: Elektroauto an einer Strom-Tankstelle, über dts Nachrichtenagentur

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3 Kommentare

  1. W. Lorenzen-Pranger
    24. Februar 2021 um 19.15

    „…sondern werde schon allein durch die Gewinnung des Rohstoffes für die Batterie, der Seltenen Erden, deutlich erhöht.“

    Lesen diese Leute keine Forschungsberichte, übrigens zum Teil auch bereits im Handelsblatt veröffentlicht? Seltene Erden sind ersten gar nicht so selten, sie heißen nur so, zweitens findet man sie auch im Rheintal und im Ostseesand, man kann sie direkt recyclen, und drittens kommen demnächst Akkus auf den Markt, die auf Kochsalzbasis funktionieren.Und was die Berichte von der Kinderarbeit angeht – das ist doch auch eher Legende als Wrklichkeit. Man sollte eben nicht immer wieder die haltlosen Behauptungen der eigentlich längst abhängten Energieriesen glauben. (Die halten ja auch Solarzellen für Teufelszeug)
    Und, wer immer noch nicht rechnen kann: Was passiert wohl, wenn ich zur Erzeugung von Wasserstoff aus Wasser, also mit Elektrolyse unter Einsatz großer Mengen Elektrizität, Wasserstoff gewinne, den ich dann wieder im Fahrzeug z.B. zu Strom umwandle, um damit zu fahren? Richtig: Ich habe enorm größere Reibungsverluste als wenn ich den Strom gleich in einen Akku packe und direkt damit fahre – und Wasserstoff direkt verbrennen? VIel Spaß.
    https://www.google.com/search?q=die+explosion+der+Hindenburg&client=firefox-b-d&tbm=isch&source=iu&ictx=1&fir=KhsKaCXv-xf_iM%252CHZE_grRHozw0aM%252C_&vet=1&usg=AI4_-kTylUeNIUzGilP26vYHjrIfT63Kog&sa=X&ved=2ahUKEwjcnIW0j4PvAhWlQkEAHXtpA40Q9QF6BAgHEAE#imgrc=KhsKaCXv-xf_iM
    Also, in sowas steige ich nicht ein – nie. 🙂

  2. Joseph
    4. März 2021 um 0.40

    Ich denke, das Beste ist es nach wie vor, den Markt, das heißt die einzelnen Menschen, die für sie beste Möglichkeit zu finden. Voraussetzung dafür ist, dass man die Verwendung nachhaltig gewonnener Energie für allgemeinverbindlich erklärt. Und zudem für die Produktion verbindlich macht, dass sie nachhaltig, also in einem vollständig Schadstoff-frei rückbaubarem Rahmen erfolgt. Der ganze Zyklus aus Gewinnung – Produktion – Nutzung bzw. Verbrauch und Rückführung bzw. Rückbau muss schadensfrei erfolgen. Das sollte für allgemeinverbindlich erklärt werden, also gesetzlich vorgegeben werden. Dann gelten für alle die gleichen Regeln. Und dann kann der Markt die beste Lösung auch alleine finden. Hinsichtlich Zeit, Kosten und Qualität.

  3. Heinrich Ernst
    9. März 2021 um 7.24

    Wenn Volkswirte bei Technik mitreden wollen… H2 ist die Möhre, die man dem deutschen Esel vor die Nase hält, auf daß er brav weiter laufe und im Zweifel seinen nächsten Verbrenner oder Mogelhybrid kaufe. So schadet man der Autoindustrie mehr, als wenn man jetzt konsequent ins Rennen um die beste Batterie einsteigen würde. H2 im Auto ist energetischer und logistischer Unsinn, aber Hauptsache der Politik ein paar bunte Bilder gezeigt und schon fließen die Milliarden. In wenigen Jahren kommt die dritte Generation von Hochleistungsbatterien in den Markt, da wird H2 aussehen wie Holzvergasertechnik! Leider kann es sein, dass dann kein deutscher Anbieter dabei sein wird. Die Forscher hätten wir!