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Ex-SPD-Chef Scharping: Wahlkämpfe sind nichts für „Mimosen“

Wähler in einem Wahllokal, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der frühere SPD-Chef Rudolf Scharping hat die Grünen für die Behauptung kritisiert, der aktuelle Bundestagswahlkampf sei besonders brutal. „Ich kann dazu nur sagen: Hört auf zu jammern“, schreibt Scharping in einem Beitrag für die Wochenzeitung „Die Zeit“.

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Was Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock gerade erlebe, sei sehr normal, „ja sogar der Demokratie eingewoben“, so der Politiker. Baerbock wolle Kanzlerin werden, da müsse sie gecheckt werden: „Wie viel Stehvermögen hat sie? Wie sehr ist sie fähig zu führen, bei hartem Gegenwind und widerstreitenden Interessen?“ Ihm selbst, so Scharping, sei das nicht anders gegangen, als er 1994 Kanzlerkandidat der SPD war. „Auch mir sind – im Rückblick – unangenehme Fehler passiert. Ich habe in einem unglücklichen Moment bei einer Pressekonferenz nicht präzise genug unterschieden zwischen Brutto- und Nettolohn.“

Noch heute müsse er sich das vorhalten lassen. „Damals wurde daraus die Geschichte gestrickt, ich sei nicht kompetent genug“, schreibt Scharping. Solche Häme müsse man aushalten. Scharping erinnert in der Wochenzeitung auch daran, dass ihn das Satiremagazin „Titanic“ als „Ziege“ und seinen Kontrahenten Helmut Kohl als „Birne“ karikierte.

Zudem habe er sich mit Kohl oft „gefetzt, es gab richtige Schweinereien, nicht nur in der Wortwahl“. Aber das sei eben Wahlkampf. „Und es heißt ja schließlich nicht Wahlspaziergang“, so der ehemalige Kanzlerkandidat. Angesichts der Kritik der Grünen schreibt Scharping: „Mimosen sind nun einmal nicht geeignet für ein hartes Klima.“

Foto: Wähler in einem Wahllokal, über dts Nachrichtenagentur

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