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Berliner Kultursenator beklagt unzureichende Bundes-Hilfen

Geigen, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hält die von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) angekündigten Hilfen für Kulturschaffende in Höhe von einer Milliarde Euro für nicht ausreichend. „Es ist gut, dass drei Monate nach Beginn der Pandemie die Kultur nun auch durch die Bundesregierung adressiert wird“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitagausgaben). Dass die gesamte Kultur eine Milliarde Euro bekomme, die Lufthansa neun Milliarden Euro, zeige aber ihren geringeren Stellenwert.

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Lederer beklagte ferner, dass der Bund den Ländern und Kommunen bei der Infrastruktursicherung nicht helfe und die Kunstschaffenden mit bürokratischen Überbrückungshilfen bis September keine Perspektive bekämen. „Kultur war zuerst und wird mit am Längsten von der Pandemie betroffen sein“, sagte der Linken-Politiker dem RND. „Im September ist sie nicht vorbei.“ Nach Grütters` Angaben soll mit 250 Millionen Euro Kultureinrichtungen bei der Umsetzung etwa von Hygienekonzepten, Online-Ticket-Systemen oder Belüftungssystemen geholfen werden. Bis zu 450 Millionen Euro sind vorgesehen, um Kulturschaffende aus der Kurzarbeit zu holen und ihr Wirken zu finanzieren. Für die Schaffung digitaler Angebote stehen 150 Millionen Euro bereit. Mit 100 Millionen sollen Corona-bedingte Einnahmeausfälle ausgeglichen werden. Die CDU-Politikerin sagte jedoch, dass der Bund auch jetzt nicht jene Leistungen übernehmen werde, für die sonst die Länder zuständig seien. Überdies stehe Kulturschaffenden der vereinfachte Zugang zur Grundsicherung bis zum 30. September offen.

Foto: Geigen, über dts Nachrichtenagentur

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1 Kommentar

  1. Jens
    5. Juni 2020 um 6.27

    Ich bin mir bewusst, dass hier keine liest. Man muss ja main sein und Facebook, Twitter, Instagram nutzen. Schade eigenllich für die örtliche Diskussion – egal.

    ..was sich Jahrzehnte oder Jahrhunderte später als bleibend und relevant erweist.“

    Doch! Hat er! Wer denn sonst?

    Verdis Opern waren zu ihrer Zeit das, was heute die Musicals von Andrew Lloyd Webber sind: Unterhaltung für den Massengeschmack, die Arien waren Gassenhauer.

    Shakespeares Stücke waren das, was heute Filme von John Cameron, Steven Spielberg oder Georgs Lucas sind: Unterhaltung für breite Bevölkerungsschichten! Mit den paar Reichen in London hätte er wohl kaum jeden Tag sein Theater voll bekommen! Shakespeare ist doch mit seinen unzähligen genialen Zitaten kein lebendiger Teil der englischen Sprache per ordre de Academia!

    Bildhauerkunst war überwiegend öffentliche Kunst: sakrale Kunst in Kirchen, Statuen von Herrschern und Würdenträgern, die an öffentlichen Orten aufgestellt wurden. Natürlich mußte die den Massen gefallen, um sie zu beeindrucken.

    Malerei blieb als Kunstform vielfach exklusiv den reichen und mächtigen Konsumenten vorbehalten – aber wenn man bedenkt, daß diese sich über viele Jahrhunderte eben nicht durch Bildung auszeichneten, womöglich Analphabeten waren, kann man auch hier sagen: es mußte gemalt werden, was dem Kunden, seiner Familie, seinen Freunden oder Gästen gefallen würde. Mit „Fettecken“ oder „Kubismus“ oder „Impressionismus“ brauchte man den Florentinern der Renaissance nicht kommen. Und wenn wir hier auch den öffentlichen Bereich betrachte: Die Fresken der Sixtinischen Kapelle? Hätte doch inzwischen jederzeit ein Papst übermalen lassen können…wenn er der Meinung gewesen wäre, es wäre nicht mehr zeitgemäß, unmodern, er könnte was weit besseres bekommen?

    Sorry: Kafka ist „Kanon“. Brecht ist „Kanon“. George Grosz ist „Kanon“. Liszt ist „Kanon“. Und mit all dem wollen 90% der Leute nach der Schule nicht mehr belästigt werden.

    Der „Massengeschmack“ bestimmt, was freiwillig von einer Generation zur anderen weitergegeben wird, und was im kulturellen Bewußtsein der Menschen lebendig bleibt – schon mal auf Amazon einen „Josef-Beuys-Kalender“ gesehen?