Astronaut Maurer fliegt mit 1,5 Kilo Gepäck ins All

Die Erde aus dem Weltraum aufgenommen, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Mit nur 1,5 Kilogramm Reisegepäck startet der deutsche Astronaut Matthias Maurer am 30. Oktober zur Weltraumstation ISS. Mehr Persönliches könne er auf seinem Flug mit der SpaceX-Rakete nicht mitnehmen, sagte Maurer dem Fernsehsender „Welt“. Das normale Gepäck, das er brauche, also Kleidung und Essen – sei alles schon hochgeschickt worden.

„An privaten Dingen darf ich nur 1,5 Kilo mitnehmen, das sind ein paar Kleinigkeiten von engsten Freunden und der Familie, auch Fotos.“ Der 51-jährige Saarländer hat bereits ein hartes Trainingsprogramm hinter sich. „Das Intensivste in der Trainingsphase war für mich das Tauchen unter Wasser in einem Raumanzug. So trainieren wir den Weltraumspaziergang. Das ist körperlich und mental eine superanstrengende Sache. Man ist sechs Stunden unter Wasser in diesem Anzug, der aufgepumpt ist, man kann sich nicht frei bewegen. Kameras überwachen alles. Wenn man falsche Handgriffe macht, würde man im richtigen Leben, also im All, zu Elektroschrott.“

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Auf der Raumstation selbst sei es schwierig, sich körperlich fit zu halten. Mit klassischen Trainingsmethoden von der Erde komme man im Weltraum nicht weiter: „Wir machen jeden Tag zwei Stunden Kardio- und Krafttraining. Das ist wie hier in einer Muckibude, wo man Gewichte stemmt. In der Schwerelosigkeit bringt Blei stemmen gar nichts, deswegen drücken wir gegen einen Widerstand, das hat den gleichen Effekt.“

Obwohl Reisen ins Weltall derzeit noch eine komplizierte Vorbereitung erfordern und einer Handvoll Experten vorbehalten sind, glaubt Maurer an eine Zukunft, in der Weltraumtourismus für viele Menschen möglich sein wird: „Ich wage die Prognose: In 100 Jahren werden die Menschen ganz normal ins Weltall aufbrechen – so wie es normal ist, heute in ein Flugzeug einzusteigen. Wir werden immer mehr Menschen im All sehen. Wir müssen aber auch dafür sorgen, dass wir den Weltraum schützen und ihn nicht zumüllen.“ Der Werkstoffwissenschaftler Maurer fordert, dass Europa sich auch weiter mit einem eigenen Raumfahrtprogramm in die Forschung einbringt.

„Wenn Europa nicht den Anschluss verlieren will, dann müssen wir unbedingt investieren. Wir müssen einen eigenen, unabhängigen Zugang zum All haben – nicht nur für Satelliten, sondern auch für Menschen“, so Maurer. Am 30. Oktober will Maurer von Cape Caneveral aus zur ISS starten. Dort sind in 6 Monaten mehr als 300 wissenschaftliche Experimente geplant.

Foto: Die Erde aus dem Weltraum aufgenommen, über dts Nachrichtenagentur

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