Kultur

Vielseitige Welt der Bibliotheken

lexandra Otten und Hans-Joachim Wätgen (beide Universitätsbibliothek), Corinna Roeder (Landesbibliothek), Florian Isensee (Arbeitsgemeinschaft Bibliotheken), Bärbel Gerdes (Jade Hochschule) und Heike Janssen (Stadtbibliothek Oldenburg) stellten das Programm der Aktionswoche zum Welttag des Buches vor.

Alexandra Otten und Hans-Joachim Wätgen (beide Universitätsbibliothek), Corinna Roeder (Landesbibliothek), Florian Isensee (Arbeitsgemeinschaft Bibliotheken), Bärbel Gerdes (Jade Hochschule) und Heike Janssen (Stadtbibliothek Oldenburg) stellten das Programm der Aktionswoche vor.
Foto: Muhannad Mhisen

Oldenburg (am) – Den Welttag des Buches nutzen öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken, um ihren Bestand und ihre Angebote vorzustellen. Im Oldenburger Land beteiligen sich rund 50 Einrichtungen mit Ausstellungen und Veranstaltungen an der Aktionswoche „viELSeitig“, die vom 23. bis zum 30. April alles rund ums Buch in den Mittelpunkt stellt. Sie präsentieren ihre besonderen Buchstücke und Sammlungen, laden zu einer Auktion oder zum Krimi-Dinner ein und veranstalten ein Upcycling mit alten Büchern oder Vorlesungen.

Anzeige

LzO Beratung

Die Statistiken des Deutschen Bibliotheksverbandes beweisen es: Es wird wieder mehr gelesen. „Die Zahl der Ausleihen in den öffentlichen Bibliotheken sind erheblich gestiegen“, so Corinna Roeder, Direktorin der Landesbibliothek Oldenburg. Was sich geändert habe, sei das Lese- und Nutzerverhalten. Das dokumentieren schon die Anschaffungskosten der Universitätsbibliothek Oldenburg. „60 Prozent werden für Digitales wie E-Books, Datenbanken, Lizenzen und so weiter ausgeben“, sagt Hans-Joachim Wätjen, Bibliotheksdirektor der Universität Oldenburg. Der Bibliothekarin Bärbel Gerdes der Jade Hochschule ist aufgefallen, dass die Aufmerksamkeitsspanne geringer geworden ist, dementsprechend habe sich auch die Art des Lesens verändert. „Es werden oft nur noch Kapitel oder bestimmte Abschnitte gelesen“, so Gerdes. Auf der anderen Seite seien Aufenthaltszeiten in den Bibliotheken wesentlich länger als früher und es werde mehr gemeinsam gelernt. Mit ihren Aktionen rund um den Welttag des Buches wollen die Vertreter der Bibliotheken ihre Einrichtungen als Orte des Lernens, des Austausches und auch des Rückzuges deutlicher ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken.

Vielseitige Bibliothekslandschaft

Von Wilhelmshaven bis ins Südoldenburgische gibt es rund 300 Bibliotheken mit unterschiedlichsten Ausrichtungen und Größen: Patientenbüchereien, Kirchenbibliotheken oder große Einrichtungen wie die Stadt-, Landes- und Universitätsbibliothek. Und genauso verschieden sind die Themen, die zur Aktionswoche der Arbeitsgemeinschaft Bibliotheken der Oldenburgischen Landschaft angeboten werden. Sie wird – in diesem Jahr unter dem Motto „viELSeitig“ – zum elften Mal veranstaltet. Im vergangenen Jahr wurden rund 3600 Interessierte angelockt.

Mehr als 50 Veranstaltungen

Vom Blind Date mit einem Buch in Rastede über das Oldenburger Bilderbuchkino und den Bücherflohmarkt in Wilhelmshaven bis zum Literaturquiz in Bad Zwischenahn ist für alle Altersklassen ein passendes Thema rund ums Buch zu finden. „Upcycling – Nützliches & Dekoratives aus alten Büchern“ heißt es in der Evangelischen Bücherei Osternburg am Dienstag, 26. April. „Ich weiß zwar nicht, ob ein Buch noch besser werden kann“, lacht der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft und Verleger Florian Isensee, aber das höre sich sehr spannend an. Hans-Joachim Wätjen freut sich besonders auf die Bibliothekspromenade quer durch Vechta. Insgesamt stehen mehr als 50 Veranstaltungen zur Auswahl.

Die Aktionswoche in Oldenburg

In Oldenburg werden neben mehreren Lesungen vier Ausstellungen präsentiert. Die Landesbibliothek zeigt „Die schönsten deutschen Bücher 2015“, prämiert von der Stiftung Buchkunst, und Buchskulpturen mit „kontrollierten Eselsohren“ aus Brockhaus-Bänden von Birgit Elke Schumacher und Maria Olivotti. „Es ist keine Vitrinenausstellung“, betont Corinna Roeder, Direktorin der Landesbibliothek Oldenburg, und lädt zum Blättern und Lesen ein. Die Buch-Skulpturen kommen für die Aktion „Buch in Not“ unter den Auktionshammer. „Altes, Seltenes und Kurioses aus einer jungen Bibliothek“ heißt es in der Universitätsbibliothek, die ihre Schatzkisten öffnet. Bis zum 18. Mai werden im Foyer unter anderem die Sammelbilder der Firma Liebig-Extrakt aus dem 19. Jahrhundert ausgestellt. Die Universität besitzt mehrere Tausend Exemplare, denn sie dienen Forschungszwecken. Das Werbematerial erschien erstmals um 1875 in Paris und hatte auch eine pädagogische Funktion, denn es klärte über Fauna, Flora, Technik und Kunst auf. Daneben zeigt die Universitätsbibliothek Computertechnik, historische Architekturzeichnungen aus der Sammlung von Prof. Kurt Asche und stellt private Leihbibliotheken vor, die das Leseverhalten ihrer Zeit dokumentieren.

In der Stadtbibliothek Oldenburg im Kulturzentrum PFL gibt es einiges zu erleben. Neben der Plakatausstellung mit Entwürfen der Schüler des Bildungszentrums für Technik und Gestaltung zum Wettbewerb „ViELSeitig“ wird das Lesefest am Samstag, 23. April, mit einer „Lesung to go“ gefeiert. Zwölf Autoren des Leseforums Oldenburg werden in viertelstündlichem Takt sich und ihre Bücher von 11 bis 14 Uhr bei einer Tasse Kaffee vorstellen. „Es ist eine gute Möglichkeit, sich mit den Oldenburger Autorinnen und Autoren auszutauschen“, wirbt Heike Janssen, Leiterin der Stadtbibliothek Oldenburg, für die Lesung. Am 24. April findet der dritte Bilderbuchsonntag von 11 bis 17 Uhr in der Kinderbibliothek am PFL statt. Zu Gast ist eine beliebte Bilderbuchfigur: Elmar, der bunte Elefant. Um „Ein Leben ohne Schrift“ geht es am Dienstag, 26. April, wenn die ABC-Selbsthilfegruppe in der Stadtbibliothek zwischen 17 und 19 Uhr mit einem Mix aus Lesungen und Informationen über Alphabetisierung zu Gast ist.

Der Welttag des Buches

Eine regionale Tradition ist zu einem internationalen Ereignis geworden: 1995 erklärte die Unesco den 23. April zum „Welttag des Buches“, dem weltweiten Feiertag für das Lesen, für Bücher und die Rechte der Autoren. Die UN-Organisation für Kultur und Bildung hat sich dabei von dem katalanischen Brauch inspirieren lassen, zum Namenstag des Volksheiligen St. Georg Rosen und Bücher zu verschenken. Über diesen Brauch hinaus hat der 23. April auch aus einem weiteren Grund besondere Bedeutung: Er ist der Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes.

Ein gemeinsamer Veranstaltungskalender zur Aktionswoche ist unter der Adresse www.bibliotheken-oldenburger-land.de abrufbar. Informationen zur Arbeitsgemeinschaft Bibliotheken finden unter www.bibliotheken-ol.de.

Vorheriger Artikel

Vernichtung der kulturellen Identität

Nächster Artikel

Direkter Weg zu Frische und Qualität