Oldenburg

Polizeidirektion Oldenburg veröffentlicht Kriminalstatistik 2025

Die Zahl an Straftaten sank 2025 in Oldenburg.

Die Zahl an Straftaten sank 2025 in Oldenburg.
Symbolbild: Envato

Oldenburg (pm/fg) Die Polizeidirektion Oldenburg hat ihre Kriminalstatistik für das Jahr 2025 veröffentlicht. Während die Gesamtzahl der Straftaten gesunken ist, stiegen unter anderem die Zahlen an tatverdächtigen Kindern, Straftaten mit dem Messer und Fälle von häuslicher Gewalt.

Anzeige

Gesamtzahl der Straftaten gesunken

Insgesamt registrierte die Polizeidirektion Oldenburg im vergangenen Jahr 88.844 Straftaten. Im Vergleich zum Vorjahr (91.698 Fälle) ist die Zahl der registrierten Straftaten also um rund 3,1 Prozent gesunken. Damit liegt das Straftatenaufkommen auf dem Niveau des Jahres 2020. Die Aufklärungsquote der Straftaten betrug 64,89 Prozent und lag damit leicht über dem niedersächsischen Durchschnitt von 62,72 Prozent. Mehr als sechs von zehn Straftaten wurden somit 2025 von der Polizei aufgeklärt.

Häufigkeitszahl gesunken

Ein weiterer wichtiger Indikator für die Sicherheitslage ist die sogenannte Häufigkeitszahl, also die Anzahl der registrierten Straftaten pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Sie liegt im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Oldenburg bei 4.995 und damit – mit Ausnahme des Corona-Jahres 2020 – auf dem niedrigsten Stand der vergangenen Jahrzehnte.

„Die Zahlen zeigen, dass die Menschen in unserer Region in einer sicheren Umgebung leben und sind Ausdruck der guten Polizeiarbeit, die von den mehr als 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tagtäglich im Bereich der PD Oldenburg geleistet wird“, sagt Polizeipräsident Andreas Sagehorn und ergänzt: „Festzustellen bleibt aber auch, dass das Sicherheitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger eine immer wichtigere Rolle in der Bewertung polizeilicher Arbeit einnimmt. Das gesellschaftliche Zusammenleben steht vor einer Zerreißprobe. Globale Krisen, eine zunehmende Polarisierung, eine abnehmende Kompromiss- und Dialogbereitschaft sowie eine deutlich wahrnehmbare rechtspopulistische Inszenierung einer Unsicherheitslage beeinflusst das Sicherheitsempfinden der
Menschen. Hier gilt es auch von polizeilicher Seite aus entgegenzuwirken.“

Details zu Opfern und Tatverdächtigen

23.934 Menschen sind im Jahr 2025 Opfer von Straftaten geworden. Auch diese Zahl sank im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozentpunkte. Trotz des leichten Rückgangs sei laut Pressemeldung weiterhin ein hohes Niveau bei der Gewaltbereitschaft im gesellschaftlichen Zusammenleben zu erkennen. Die Zahl der Tatverdächtigen blieb auf dem Niveau des Vorjahres und verringerte sich von 42.672 auf 42.604. Bei knapp einem Drittel (31,95 Prozent) der Verdächtigen handelte es sich um Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Die Gesamtzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen stieg von 2024 (13.042) auf 13.613 damit im Jahr 2025 leicht an.

Zahl tatverdächtiger Kinder steigt massiv

Über drei Viertel (78,16 Prozent) aller tatverdächtigen Personen waren 21 Jahre und älter (33.301). Anhaltend hoch ist daneben die Zahl der tatverdächtigen Kinder (0 bis 14 Jahre): Insgesamt 2.147 Tatverdächtige dieser Altersspanne bedeuten im Vergleich mit dem Vor-Corona-Jahr 2019 (1.572) eine Zunahme von rund 40 Prozent. Personen unter 14 Jahren gelten als nicht strafmündig.

Gewaltkriminalität

Unter den Begriff „Gewaltkriminalität“ fallen alle Tötungsdelikte, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, bestimmte Raubdelikte, Geiselnahmen und schwere und gefährliche Körperverletzungen. Mit 3.565 Fällen bewegte sich die Zahl der Gewaltdelikte auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr (3.644). Im Bereich der Rohheitsdelikte, unter den beispielsweise sämtliche Arten von Raub und Körperverletzung sowie Bedrohungen fallen, sind die Zahlen mit 17.039 registrierten Fällen weiterhin auf einem hohen Niveau. Die Aufklärungsquote liegt in diesem Bereich bei über 91 Prozent.

„Die Tendenz, Konflikte mit Gewalt statt mit Worten auszutragen, ist eine Entwicklung, die wir sehr ernst nehmen und die uns auch als Polizei vor Herausforderungen stellt“, erklärt Polizeivizepräsident Arne Schmidt und hält fest: „Wir benötigen als Gesellschaft ein gemeinsames Verständnis darüber, dass Gewalt niemals ein Problemlöser sein kann.“

Ein erheblicher Rückgang zeigt sich bei den Straftaten gegen das Leben. Hier wurden im vergangenen Jahr 59 Fälle registriert – im Vorjahr waren es noch 103. Das entspricht einer Abnahme von über 42 Prozentpunkten.

Erneut mehr Straftaten mit dem Messer begangen

In 584 Fällen kam bei Gewaltdelikten das Tatmittel Messer zum Einsatz. Dies ist ein Anstieg um 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr (543) und bestätigt die Entwicklung der vergangenen Jahre in Bezug auf dieses Tatmittel.

Zahlen bei häuslicher Gewalt nehmen zu

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Oldenburg sind Straftaten in diesem Bereich erneut angestiegen. 2025 registrierte die Polizei 6.050 Fälle, im Vorjahr waren es mit 5.774 Taten noch 4,8 Prozent weniger. Zur häuslichen Gewalt zählen sowohl Partnerschaftsgewalt als auch innerfamiliäre Gewalt.

Der überwiegende Teil der Taten ereignet sich weiterhin im partnerschaftlichen Umfeld. In 3.589 Fällen (59,3 Prozent) richtete sich die Gewalt gegen aktuelle oder ehemalige Partnerinnen und Partner. Von den 5.966 Opfern häuslicher Gewalt waren 4.108 weiblich. Unter den Tatverdächtigen machen Männer weiterhin den größten Anteil aus.

„Häusliche Gewalt bleibt ein anwachsendes Problem in unserer Gesellschaft, welches aber oft unsichtbar bleibt – denn sie geschieht häufig hinter verschlossenen Türen“, sagt Polizeipräsident Andreas Sagehorn und ergänzt: „Viele Taten werden immer noch aus Angst, Scham oder aus wirtschaftlicher oder emotionaler Abhängigkeit nicht angezeigt. Ich appelliere dennoch an alle Betroffenen: Bitte melden Sie sich bei der Polizei! Nur so können wir dieses Gewaltphänomen zurückdrängen.“

Die polizeilichen Zahlen bilden das sogenannte Hellfeld ab – also die Fälle, die den Strafverfolgungsbehörden tatsächlich bekannt werden. Fachleute gehen davon aus, dass das tatsächliche Ausmaß deutlich höher liegt.

Diebstahl und Wohnungseinbrüche

Ähnlich zu anderen Bereichen ist auch bei den Diebstahlsdelikten insgesamt ein Rückgang festzustellen. Die Polizei registrierte 28.999 Fälle, im Jahr zuvor waren es 30.626. Ein Rückgang von 5,3 Prozent. Dennoch stellen Diebstahlsdelikte weiterhin den größten Anteil der registrierten Straftaten dar – rund ein Drittel aller Delikte entfällt auf diesen Bereich.

Beim Wohnungseinbruchdiebstahl ist eine gegenläufige Entwicklung feststellbar: Hier ist im Vergleich zum Vorjahr (1.490) ein Anstieg der Fallzahlen auf 1.645 zu beobachten. Auf einen längeren Zeitraum betrachtet, ist die aktuelle Zahl an Wohnungseinbrüchen jedoch nur halb so hoch wie vor zehn Jahren (2016: 3.652). Fast jede zweite Tat bleibt dabei im Versuchsstadium stecken.

Gewalt gegen Einsatzkräfte

Die Anzahl der Straftaten, bei denen Einsatzkräfte der Feuerwehren und der Rettungsdienste Opfer von körperlicher oder verbaler Gewalt geworden sind, ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. So wurden im Jahr 2025 11 Fälle von Gewalt gegen Feuerwehrkräfte verzeichnet (2024 waren es 10). In 87 Fällen waren Angehörige der Rettungsdienste Opfer von Gewalt (2024: 47). Die Fallzahlen im Zusammenhang mit Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und -beamte sind dagegen im vergangenen Jahr um zurückgegangen: 628 Fälle im Vergleich zu 721 Fällen in 2024. Dennoch ist die Zahl die Dritthöchste im Gesamtvergleich der vergangenen zehn Jahre.

Polizeipräsident Andreas Sagehorn findet dazu deutliche Worte: „Ich will und werde es nicht akzeptieren, dass es derart viele Menschen gibt, die unseren Einsatzkräften keinerlei Respekt mehr entgegenbringen, sie beleidigen, bespucken, treten oder schlagen. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, diese Entwicklung aufzuhalten – dazu ist es wichtig, dass diese Taten strafrechtlich konsequent verfolgt werden.“

Mehr Vermögens- und Fälschungsdelikte

Während viele Deliktsbereiche rückläufig sind, zeigt sich bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten eine gegenläufige Entwicklung. Insgesamt registrierte die Polizei in diesem Bereich 15.441 Straftaten, was einem Anstieg von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr (14.868) entspricht. Zu dieser Deliktsgruppe zählen unter anderem verschiedene Betrugsformen, Urkundenfälschungen oder Kreditkartenmissbrauch.

Vorheriger Artikel

Fahrbahnerneuerung zwischen Bavendorf und Dahlenburg startet Ende März

Nächster Artikel

Bundesfinanzministerium weist Kritik an Sondervermögen zurück

Keine Kommentare bisher

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.