Gesundheit

Helga Rohra berichtet über ihr Leben mit Demenz

Helga Rohra lebt mit der Diagnose Demenz und berichtet über ihr Leben mit Demenz.
Foto: Joerg Plechinger

Oldenburg (zb/pm) Vor sechs Jahren erhielt Helga Rohra die Diagnose Demenz. Statt zu resignieren, hält sie bundesweit Vorträge über die Stigmatisierung von Menschen mit Demenz. Am Freitag, 31. März, ist die 60-Jährige zu Gast im Herzogin-Ameli-Saal in der Kinderklinik, Eingang An den Voßbergen des Klinikums Oldenburg. Dort berichtet sie auf Einladung der Klinik und des DemenzNetzes Oldenburg von 19.30 bis 21 Uhr über ihr Leben mit Demenz. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

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Die Münchenerin war als Simultandolmetscherin, die sieben Fremdsprachen fließend sprach, eine gefragte Kraft auf medizinischen Kongressen. Vor etwa acht Jahren begann sich alles zu ändern. Es fiel ihr immer schwerer, Fachvokabeln zu lernen, dann kamen Wortfindungsprobleme, Desorientierung und das Vergessen ihres Fachvokabulars hinzu. Nach vielen Arztbesuchen und Fehldiagnosen stand zwei Jahre später die Diagnose Lewy-Body-Demenz fest. Dabei handelt es sich im Vergleich zu Alzheimer um eine relativ seltene Form.

Neben Gedächtnisstörungen und Parkinson-Symptomen zählen auch Halluzinationen zum typischen Krankheitsverlauf. Helga Rohra war zu diesem Zeitpunkt 54 Jahre alt. Sie war geschockt von der Diagnose, fühlte sich der Krankheit ausgeliefert und hatte Schamgefühle. Nach einer längeren Phase des Sich-Neu-Findens suchte Helga Rohra, die übrigens als erste Demenzbetroffene in den Vorstand der Deutschen Alzheimer Gesellschaft gewählt wurde, nun gezielt die Öffentlichkeit. Sie engagiert sich für eine neue Sichtweise auf Menschen mit Demenz und erhielt dafür 2014 den Deutschen Engagementspreis. 2015 wurde sie zur Botschafterin für internationales Engagement ernannt. In ihrem aktuellen Buch „Ja zum Leben trotz Demenz“ gewährt Helga Rohra einen Einblick in die Welt eines Menschen mit diagnostizierter Demenz.

Nach ihrem Vortrag in Oldenburg, in dem sie auch Strategien im Umgang mit der Erkrankung vorstellt, stehen die gemeinsamen Veranstalter gerne für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung. Zudem gibt es Beratungsstände und einen Büchertisch zum Thema.

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