Tierschützer zeigen CO₂-Betäubung in Lohne

Anna Schubert und Hendrik Haßel wollen weiter auf Missstände bei der Betäubung von Schweinen aufmerksam machen.
Foto: Josisportraits
(pm/ki/fg) In Lohne, Standort des Schlachthofs Brand Qualitätsfleisch, fährt ein Video-Truck durch die Stadt. Er zeigt CO₂-Betäubung aus anderen Schlachthöfen – die Antwort der Tierschützer Schubert und Haßel auf ein verhängtes Verbot, ihre beschafften Aufnahmen aus Brands Betrieb zeigen zu dürfen.
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Anna Schubert und Hendrik Haßel schicken an diesem Freitag, 10. Juli, einen Video-Truck durch Lohne. Auf einer sechs Meter langen Leinwand laufen Aufnahmen von CO₂-Betäubung aus mehreren Schlachthöfen. Der Schriftzug dazu lautet: „Bitte wegschauen, das sollen Sie nicht sehen.“ Grund für die Aktion ist ein Bilderverbot, das den beiden Aktivisten die Veröffentlichung ihrer eigenen Aufnahmen aus dem Betrieb von Brand Qualitätsfleisch untersagt. Mit dem neuen Material wollen sie trotzdem auf die Betäubung in Schlachthöfen aufmerksam machen.
Der Truck startete am Mittwoch in Berlin und machte Station in Hamburg. Dort protestierten rund 70 Menschen bei einer Kundgebung gegen das verhängte Bilderverbot durch das Oberlandesgericht Oldenburg. Von Hamburg ging die Fahrt weiter nach Lohne.
Kritik an der CO₂-Betäubung
„Wir lassen uns nicht zum Schweigen bringen. Wenn wir unsere Aufnahmen aus dem Internet löschen müssen, bringen wir eben andere Bilder von der CO₂-Betäubung auf die Straße. Ein Schlachthof kann Videos löschen lassen. Er kann uns verklagen. Aber er wird nicht verhindern, dass wir die grausame CO₂-Betäubung zeigen“, sagt Tierschützerin Anna Schubert.
„Wer solche Bilder unterdrücken will, gibt die Tierquälerei damit praktisch selber zu. Die meisten Menschen essen regelmäßig Fleisch von Schweinen, die zuvor unter Atemnot, Panik und Schmerzen litten, ohne es zu wissen. Ohne die Bilder von der CO₂-Betäubung kann niemand eine informierte Entscheidung treffen. Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, die Wahrheit zu sehen“, sagt Hendrik Haßel.
Schubert ergänzt: „Die Fleischindustrie profitiert von dieser Tierquälerei. Das funktioniert aber nur, wenn keiner hinschaut. Deshalb sind diese Bilder so gefährlich für Brand. Weil die Leute aufschreien, wenn sie davon erfahren.“
Die Betäubung mit CO₂ ist umstritten. Sie ist zwar gesetzlich erlaubt und wird in vielen deutschen Schlachthäusern für Schweine angewendet, führt aber zu einem schmerzhaften Todeskampf für die Tiere.





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