Wirtschaftsweise Grimm kritisiert Rentenpaket
Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat massive Kritik am Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Rentenpaket geübt, das am Mittwoch vom Kabinett beschlossen werden soll. „Die Bundesregierung hat den Ernst der Lage offensichtlich immer noch nicht begriffen“, sagte Grimm der „Rheinischen Post“ (Mittwochsausgabe).
„Die aktuell von der Bundesregierung geplanten Reformen erreichen keine wesentlichen Verbesserungen mit Blick auf die Nachhaltigkeit der Rentenversicherung oder verschlechtern die Situation sogar“, so das Mitglied im Wirtschafts-Sachverständigenrat der Bundesregierung. „Insbesondere die Ausweitung der Mütterrente und die Haltelinie erhöhen die Ausgaben deutlich. Dies belastet den Bundeshaushalt und erhöht die Lohnnebenkosten“, warnte Grimm. „Diese Entwicklungen sind völlig kontraproduktiv in einer Zeit, in der Deutschland dringend Wachstum braucht“, kritisierte die Erlanger Ökonomin und Aufsichtsrätin bei Siemens Energy.
Sie warb für Reformen, die letztlich Rentenkürzungen entsprechen würden. „Die notwendigen Maßnahmen sind seit langem beschrieben: Kopplung des Rentenzugangsalters an die längere Lebenserwartung, Kopplung des Anstiegs der Bestandsrenten an die Inflation statt an die Löhne, Wiedereinführung des Nachhaltigkeitsfaktors“, sagte sie. „Darüber hinaus sollte man Anpassungen vornehmen, um den Anstieg des Bundeszuschusses zur gesetzlichen Rentenversicherung zu dämpfen: Verzicht auf die Mütterrente, Abschaffung der Rente ab 63, Anpassungen bei der Systematik der Witwenrenten“, so Grimm.
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dts Nachrichtenagentur
Foto: via dts Nachrichtenagentur





2 Kommentare
Es hätte ja sein können – dass Frau Grimm auch mal die Belastung der öffentlichen Haushalte von einer Höhe der über 70%-gen BeamtInnenpensionen kritisiert. Aber davon wäre sie ja wohl selber betroffen. Wie dann alle, die ständig deshalb über die Renten schwadronieren und entscheiden, weil sie dadurch nicht selber belastet sind. Die Beamten haben eine starke Lobby, im Gegensatz zu z.B. den Gewerkschaften. Warum werden die BeamtInnenpensionen eigentlich nicht zu den Sozialausgaben gezählt?
Wie wäre es denn wenn Frau Grimm dann auch als ‘Beamtin’ (welche sie ja ist..) und alle Beamten auch endlich in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen würde(n) Mit ihrem ‘Salär’ hat sie es ja wohl leicht chter als 80 % der arbeitenden Bevölkerung so zu reden..
Kein Verständnis für Ihre Meinung(en) und da bin ich sicher nicht allein!