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Lauterbach kritisiert Ramelows Corona-Strategie

Abstandsmarkierungen, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat das Vorhaben des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke), in seinem Bundesland die landesweite Gültigkeit von Corona-Beschränkungen zu beenden, scharf kritisiert. „Das ist ganz klar ein Fehler. Denn wir haben keine Neuigkeiten in Bezug auf die Gefährlichkeit des Virus“, sagte Lauterbach der „Saarbrücker Zeitung“ (Montagausgabe).

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Thüringen stelle jetzt genau die Maßnahmen in Frage, „denen man den gesamten Erfolg im Moment zu verdanken hat“, so Lauterbach. „Ramelow relativiert damit die Krankheit.“ Nach wie vor sei die Sterblichkeit hoch, „gerade bei älteren Menschen und es bleiben oft Spätschäden zurück“. Außerdem gebe es weder ein wirksames Medikament noch eine Impfung. „Von daher gibt es überhaupt keinen Grund das aufzuheben, was wir mühsam gelernt haben – etwa Abstand zu halten und eine Maske zu tragen“, sagte der SPD-Gesundheitsexperte. Ramelow hatte am Wochenende angekündigt, die landesweit geltenden Beschränkungen abschaffen zu wollen und die lokalen Behörden zu ermächtigen, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Foto: Abstandsmarkierungen, über dts Nachrichtenagentur

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2 Kommentare

  1. Thomas Dipper
    24. Mai 2020 um 15.03

    Finde ich korrekt, was Ramelow macht.
    Er möchte den Menschen in seinem Bundesland eben wieder ihre Freiheiten zurückgeben. Schließlich hat er nicht gesagt, man brauche nicht mehr vorsichtig sein.
    Von Lauterbach hingegen habe ich keinerlei Ahnung, welche Rolle der in der Corona-Krise überhaupt spielt. Der Mann ist nur Bundestagsabgeordneter und der Bundestag hat doch während unserer Demokratiepause sowieso keine Bedeutung.
    Ich finde, es reicht schon, wenn der uns mit seinem Gebrabbel bei gewissen Talkshows zum Einschlafen bringt. Da braucht er nicht auch noch in den Nachrichten zitiert zu werden.

  2. Matthias Bauer
    25. Mai 2020 um 10.09

    Der unsägliche Her Lauterbach hat sich gemeldet.
    Als Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie hat er die massive Reduktion von Krankenhauskapazitäten gefordert, was dem deutschen Gesundheitssystem schon vor CORONA nicht gut bekommen ist. Jetzt weiß er es natürlich auch besser.
    Wer im Elfenbeinturm sitzt, kann leicht gute Ratschläge geben. Er hat weder mit den aktuellen Problemen persönlich zu tun, noch wird er die fatalen Folgen des Lockdowns am eigenen Leib zu spüren bekommen. Es gibt etliche andere Fachleute (oder solche, die sich dafür halten), die genauso viele andere Meinungen haben. Die Politiker vor Ort haben jenseits dieser Technokraten Entscheidungen zu treffen, die den Sorgen der Bevölkerung gerecht werden, eine Lockerung der Auflagen gehört selbverständlich dazu.