Kirchen kritisieren geplante Entwicklungshilfe-Kürzungen
Die beiden großen christlichen Kirchen appellieren an die schwarz-rote Koalition, die Entwicklungshilfe nicht weiter zu kürzen. „Wer heute bei der Entwicklung, Gesundheit und dem Wohle der Menschen spart, zahlt morgen für Krisen, Konflikte und Instabilität“, heißt es in einem Aufruf, der von der Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Anna-Nicole Heinrich, und der Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, unterzeichnet ist und über die das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgaben) berichtet.
„Ein wohlhabendes Land wie Deutschland darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen“, mahnen die Unterzeichnerinnen und fordern Bundesregierung und Bundestag auf, die Kürzungen zu stoppen und Deutschlands internationales Versprechen zu halten. „Gerade jetzt, wo Kriege und Krisen das Weltgeschehen beherrschen, soll dort gespart werden, wo Leben gerettet, Hunger bekämpft und Frieden gestärkt wird“, heißt es in dem Aufruf weiter, der auch von der Präsidentin der evangelisch-reformierten Kirche, Susanne Bei der Wieden, mitgetragen wird.
Dabei seien in kaum einem anderen Feld die Erfolge Deutschlands zum Wohle der Menschheit sichtbarer als in diesem Bereich. So habe sich die weltweite Kindersterblichkeit mehr als halbiert. Krankheiten wie HIV, Malaria und Tuberkulose seien zurückgedrängt worden. „Millionen Kinder – besonders Mädchen – können heute erstmals eine Schule besuchen“, so die Unterzeichnerinnen.
Die Koalition plant, die Entwicklungshilfe zum fünften Mal in Folge abzusenken. Standen 2022 für das Entwicklungsministerium noch 13,8 Milliarden Euro zur Verfügung, sollen es 2027 nur noch knapp 9,5 Milliarden Euro sein. Auch die Gelder im Auswärtigen Amt für die humanitäre Hilfe will die schwarz-rote Regierung kürzen.
1970 war von der UN-Generalversammlung ein Ziel für öffentliche Entwicklungsleistungen vereinbart worde. Die sogenannte „ODA-Quote“ soll ein Mindestmaß an globaler Entwicklungshilfe garantieren. Sie besagt, dass die entwickelten Länder 0,7 Prozent ihres Bruttosozialprodukts für Entwicklungsleistungen zur Verfügung stellen sollen. 2015 wurde die Vorgabe auch in den UN-Entwicklungszielen verankert. In Deutschland lag die ODA-Quote 2025 bei 0,56 Prozent.
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dts Nachrichtenagentur
Foto: via dts Nachrichtenagentur





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