Wirtschaft

BFE: Energetisch am Puls der Zeit

Thorsten Janßen, Olaf Lies, Martina Becker, Günter Knaupmeier und BFE-Geschäftsführer Hendrik Gerdes durchtrennten das rote Band und eröffneten symbolisch das neue Gebäude in Oldenburg.

Thorsten Janßen, Olaf Lies, Martina Becker, Günter Knaupmeier und BFE-Geschäftsführer Hendrik Gerdes (von links) durchtrennten das rote Band und eröffneten symbolisch das neue Gebäude.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb) Pünktlich zum 70-jährigen Bestehen des Bundestechnologiezentrums für Elektro- und Informationstechnik (BFE) in Oldenburg konnte jetzt das komplett energetisch modernisierte BFE-Gebäude II an der Donnerschweer Straße in Anwesenheit von Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies offiziell eingeweiht werden. Der studierte Elektroingenieur bescheinigte der Bildungseinrichtung eine bundesweit hohe Bedeutung, ließ keinen Zweifel an ihrer Förderungswürdigkeit und versicherte ihr ein Höchstmaß an kompetenter Wissensvermittlung.

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„Sowohl der Zeitplan von eineinhalb Jahren als auch der Kostenrahmen von 6,47 Millionen Euro sei eingehalten worden“, freuten sich Günter Knaupmeier, 1. Vorsitzender des BFE und Direktor Thorsten Janßen. Zur Bestandsmodernisierung hat der Bund 3,2 Millionen Euro und das Land Niedersachsen 1,3 Millionen Euro beigetragen. 1,9 Millionen hat das BFE selbst aufgebracht, „um weiterhin zukunftsfähig auszubilden zu können“, erklärte Knaupmeier. „Nicht nur technisch und energetisch ist alles auf dem neuesten Stand, es ist zudem eine attraktive Lernumgebung für angehende Meister und Fachkräfte in der größten Elektromeisterschule Deutschlands entstanden.“

Im Juni 1947 fand im BFE der erste Meisterkurs mit 36 Teilnehmern statt. „Es war die Zeit der Bezugsscheine, und in Deutschland war man mit dem Wiederaufbau beschäftigt“, erinnerte Knaupmeier. Der konnte nur mit Fachkräften funktionieren. Seither sind im BFE über 26.000 Meister aus ganz Deutschland ausgebildet worden. Außerdem bietet es Weiterbildung an, die stark nachgefragt wird, weil die Weiterentwicklung von Produkten und Verfahren im Bereich der Elektro- und Informationstechnik rasant geworden ist.

Nicht nur Weiterbildungen im digitalen Bereich seien heute unverzichtbar, erklärte Janßen und fügte hinzu, dass das BFE über den gesamten norddeutschen Raum als Kompetenzzentrum „Digitales Handwerk“ Verantwortung und Weiterbildung übernimmt. „Wir werden in fünf Jahren Produkte verbauen, die es heute noch gar nicht gibt“, machte er die Situation deutlich. Martina Becker vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle war eigens angereist, lobte das besondere Engagement des BFE und überreichte eine Anerkennungsurkunde als „Kompetenzzentrum für Intelligente Energieversorgung für die Zukunft“.

Manch einer der am BFE ausgebildeten Meister blieb in der Region hängen so wie Knaupmeier selbst. Der gebürtige Bonner fand Gefallen an Oldenburg und gründete sein eigenes Unternehmen, das inzwischen längst etabliert ist. „Hier sind in den vergangenen 70 Jahren 26.000 Start-Up-Gründer ausgebildet worden“, stellte Lies klar. „Damals kannten wir den Begriff nur noch nicht. Tatsächlich haben sich viele Meister selbstständig gemacht und für hochqualifizierte Ausbildung und hervorragende Arbeit gesorgt. Das Handwerk hat damals wie heute eine federführende Rolle gespielt.“

„Die Chance liegt in der Ausbildung. Sie ist das Tor zu allen Qualifizierungen“, sagte der Minister weiter und forderte Eltern und Lehrkräfte dazu auf, Kinder und Jugendliche auf die vielen anspruchsvollen Ausbildungswege aufmerksam zu machen. Außerdem bekannte er sich zur Meisterausbildung. Sie sei ein Garant für höchste Qualität. Versuche, den Meistertitel abzuschaffen, hätten sich längst als falsch erwiesen.

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