Ausbildung

VerA verhindert Ausbildungsabbrüche

Stellten die Ausbildungsinitiative VerA in Oldenburg vor: Dr. Walter Fischer, Wolfgang Jöhnk, Ludger Wester und Siegrid Schwengber.

Stellten die Ausbildungsinitiative VerA vor (von links): Dr. Walter Fischer, Wolfgang Jöhnk, Ludger Wester und Siegrid Schwengber.
Foto: HWK

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Oldenburg (zb) – Bundesweit bricht jeder fünfte Jugendliche seine Ausbildung aus unterschiedlichen Gründen vorzeitig ab. Angesichts des Fachkräftemangels aber auch weil die Betroffenen selbst oft leiden, ist das eine schlechte Entwicklung. Deshalb ist heute VerA im Oldenburger Land an den Start gegangen. Dabei handelt es sich um eine ehrenamtliche Initiative zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen.

Der Senior Experten Service (SES) in Bonn hat gemeinsam mit den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Ausbildungsinitiative VerA gegründet. Ab sofort gibt es sie auch im Oldenburger Land. Dafür haben sich die Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Handwerkskammer (HWK) Oldenburg erfolgreich eingesetzt und heute die Regionalkoordinatorin der Ausbildungsinitiative Siegrid Schwengber vorgestellt.

Sie ist für Azubis, Betriebe, Schulen und Eltern der Ansprechpartner, wenn es um Probleme mit der Berufsschule geht, Jugendliche unter Prüfungsangst leiden, Probleme im persönlichen Umfeld haben, unmotiviert oder unzufrieden mit ihrer Berufswahl sind bzw. Streit mit ihrem Chef oder Kollegen haben oder eben ihre Ausbildung abbrechen wollen. Siegrid Schwengber vermittelt auf Wunsch eine berufserfahrene und geschulte Person, die als Mentor oder Brückenbauer fungiert, auf Wunsch verschwiegen ist und deren Einsatz nichts kostet. „Wir sind keine Nachhilfeschule, wir suchen gemeinsam mit den Jugendlichen oder dem Betrieb nach einer Lösung“, stellt sie klar.

Bundesweit gibt es derzeit 2500 Senioren, die Jugendliche bei Schwierigkeiten begleiten. Im Oldenburger Land sind es derzeit 25, die in dieser Woche geschult wurden und ab sofort für ihren Einsatz bereit stehen. „Einmal wöchentlich trifft sich ein Tandem in der Regel“, berichtet Dr. Walter Fischer, Teamleiter der VerA-Initiative beim SES in Bonn. „Bisher haben wir sehr gute Erfahrungen mit der Initiative gemacht“, berichtet er und freut sich, dass das Oldenburger Land kein weißer Fleck mehr auf der VerA-Landkarte ist.

Dass der Bedarf an kompetenten und verständnisvollen Mentoren groß ist, wissen Wolfgang Jöhnk von der HWK und sein Kollege Ludger Wester von der IHK. Sie werden oft von Betrieben angesprochen, weil es Probleme mit Azubis gibt. Künftig sollen die individuell gelöst und die Ausbildungen eben nicht abgebrochen werden.

Bislang gab es bundesweit 4500 Tandems, von denen über zwei Drittel erfolgreich waren. Jetzt hoffen die Kammern, dass sich möglichst viele engagierte und berufserfahrene Männer und Frauen bei Siegrid Schwengber, telefonisch unter 04 41 / 21 98 88 50 oder 01 60 / 801 00 13 melden, um VerA aktiv zu unterstützen. Umgekehrt können sich auch Jugendliche, Betriebe, Eltern und Schulen an sie wenden, damit ihnen ein geeigneter Brückenbauer vermittelt wird.

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1 Kommentar

  1. Herbart
    6. März 2015 um 6.22

    Schon mal etwas von den „ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) des Arbeitsamtes gehört ?? Warum man jetzt in Konkurrenz dazu geht und die (schlecht bezahlten) Arbeitsplätze gefährdet, erschließt sich mir nicht… Manchmal ist gut gemeint das Gegenteil von gut….