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Immer mehr Büroarbeiter, immer weniger Büros

Büros werden nun immer knapper, weil es immer mehr Büroarbeiter gibt.

Büros werden nun immer knapper, weil es immer mehr Büroarbeiter gibt.
Foto: Alper Çuğun / flickr.com; Lizenz: CC BY 2.0

Anzeige Der Strukturwandel der Arbeitswelt von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft hat einen bis dato neuen Arbeitertypus hervorgebracht: Die Büroarbeiter. Um sinnvoll arbeiten zu können, brauchen diese qua Naturell angemessen beschaffene Arbeitsplätze: Die Büros. Diese jedoch werden nun immer knapper, weil es immer mehr Büroarbeiter gibt. Ein Teufelskreis? Zeit, einen Blick auf die schöne neue Arbeitswelt und ihre Auswirkungen auf den Büroflächenmarkt zu werfen.

Allein in Berlin, einer der führenden europäischen Metropolen in Sachen Unternehmensgründungen und Start-Up-Kultur, ist die Leerstandsquote bei Büroflächen im ersten Quartal 2017 auf einem historischen Tiefstand von 2,7 Prozent angelangt. Die Nachfrage dagegen wächst unaufhörlich. Schon jetzt ist klar, dass mittelfristig auslaufende Neubauprojekte den künftigen Büroflächenbedarf – bei gleichbleibendem Nachfragezuwachs – nicht werden decken können. Spätestens ab 2018 werden sich viele Mietinteressenten mit der Tatsache beschäftigen müssen, dass bei einer Größe ab 3000 Quadratmeter statt eines Komplettumzugs nur eine Anmietung von Erweiterungsflächen möglich sein wird, so eine Prognose im jüngsten Quartalsbericht der Angermann Real Estate Advisory AG Berlin. Entsprechend der zunehmenden Büroflächenverknappung steigen die Spitzen- und Durchschnittsmieten ebenfalls kontinuierlich an und bescheren den Vermietern Jahr für Jahr Rekordeinnahmen. Das höchste Mietniveau weist dabei mit 22,50 Euro pro Quadratmeter die bayrische Landeshauptstadt München auf, wie aus einem Bericht des Immobilienverbands Deutschland (IVD) hervorgeht. Dies ist bereits ununterbrochen seit 10 Jahren so. Zum Vergleich: In Stuttgart liegen die Büromieten im arithmetischen Mittel bei 10 Euro. Weitere bedeutende Bürostandorte in Deutschland sind Frankfurt am Main, Hamburg, Düsseldorf oder Köln.

Die meisten Bürobeschäftigten kommen aus dem IT- und Mediensektor

Die meisten Bürobeschäftigten gehören indes zum IT- und Mediensektor. Allein in Berlin ist die Zahl der Beschäftigten in diesen Bereichen zwischen 2005 und 2015 um 24 Prozent gestiegen – stärker sogar als in Central London, so der IVD. Aber auch die Zahl der sogenannten „Soloselbstständigen“ und Arbeitern aus der Kreativwirtschaft wächst stetig. Diese benötigen zwar nicht unbedingt ein Büro, nutzen aber zunehmend die wie Pilze aus dem Boden sprießenden „Coworking Spaces“ – eine Art öffentliche Arbeitsplätze, an denen digitale Nomaden, Freiberufler und Kreative im vergemeinschaftenden Modus der Kopräsenz an ihren je individuellen Aufträgen arbeiten können. Darüber hinaus boomt auch das Versandgeschäft, und dieses benötigt eine ganze Menge Büroflächen, um die eingehenden Aufträge abwickeln und Kunden betreuen zu können. So hat beispielsweise Zalando erst kürzlich eine Bürofläche von sage und schreibe 34.000 Quadratmetern in Berlin-Kreuzberg angemietet – ein Deal, der bei unveränderter Büromarktlage womöglich schon bald so nicht mehr realisierbar sein wird. Schließlich, so muss man hinzufügen, wird die Nachfrage nach Büroräumen durch die anhaltend positive Konjunktur befördert. So gab es laut Bundesagentur für Arbeit auch im April 2017 wieder ein Absinken der Arbeitslosenquote um 0,2 Prozent.

Auswirkungen der Büromarklage für die Mietinteressenten

Die Verknappung von Büroflächen bei gleichzeitig steigender Nachfrage hat für Mietinteressierte vor allem eine Konsequenz: Sie müssen ihr Suchverhalten anpassen. Dies einfach deshalb, weil eine Entspannung der Marktlage vorerst nicht absehbar ist. Insofern ist es zum einen angebracht, bestehende Mietverträge entweder rechtzeitig zu verlängern oder gar einen Kauf in Erwägung zu ziehen. Zum anderen ist der Rückgriff auf innovative Online-Immobiliensuchkonzepte wie „bürosuche.de“ sinnvoll, um trotz angespannter Marktlage adäquate Räume für ihr Büro finden zu können. Reizvoll ist daran vor allem die Kombination aus einer Online-Suche mit einer persönlichen Beratung durch ortskundige Immobilienexperten. Und weil vorab eine genaue Bedarfsanalyse vorgenommen wird, besteht damit verbunden auch die Hoffnung, dass durch eine effizientere Nutzung des bestehenden Büroflächenangebots, die Lage auf dem Büromarkt sich insgesamt ein wenig entspannen können wird.

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